Vorfall im Ärmelkanal
Russen-Kriegsschiff feuert auf britische Jacht
Das wäre eine neue Eskalationsstufe! Übereinstimmenden Medienberichten zufolge soll ein russisches Kriegsschiff Warnschüsse auf eine britische Jacht im Ärmelkanal abgegeben haben. Das britische Militär hat nach eigenen Angaben eine umfassende Untersuchung eingeleitet.
Ein höchst beunruhigender Vorfall sorgt für diplomatische Spannungen: Die „Admiral Grigorowitsch“ soll am Dienstag Warnschüsse auf eine unter britischer Flagge fahrende Jacht abgefeuert haben, heißt es aus London.
Keine Verletzten gemeldet
Der Zwischenfall ereignete sich der Nachrichtenagentur AP zufolge rund 32 Kilometer südlich der Isle of Wight in internationalen Gewässern, auf der viel befahrenen Schifffahrtsroute zwischen der britischen Südküste und der Normandie. Auch die BBC und andere Medien berichteten von dem Vorfall.
Die Besatzung der Jacht meldete den Behörden, dass das Russen-Kriegsschiff aus einer Entfernung von nur etwa 450 Meter Schüsse abgegeben habe. Glück im Unglück: Weder Personen wurden verletzt noch das zivile Schiff wurde beschädigt. Das britische Marineschiff HMS Mersey befand sich in der Nähe und überwachte das russische Schiff.
Die Jacht habe sich zuvor der Fregatte genähert, sagte eine mit dem Vorfall vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Einen Tag vor dem Vorfall hatte die Marine noch mitgeteilt, zwei britische Schiffe hätten die russische Fregatte „Admiral Grigorowitsch“ im Ärmelkanal westlich von Brest in Frankreich beschattet.
Zeitpunkt sorgt für Spekulationen
Der zeitliche Ablauf der Ereignisse bietet Raum für Spekulationen. Nur zwei Tage zuvor hatten britische Einheiten einen sanktionierten Tanker im Kanal gestoppt und festgesetzt, der zur russischen „Schattenflotte“ gehören soll. Es war der erste Einsatz dieser Art, der darauf abzielt, russische Einnahmen aus Ölgeschäften zu unterbinden, mit denen die Regierung in Moskau ihren Krieg in der Ukraine finanziert.
Obwohl die zeitliche Nähe auffällig ist, sehen britische Beamte vorerst keinen direkten Zusammenhang mit dieser Operation. Es wird betont, dass die Warnschüsse nicht als unmittelbare Vergeltung für die Festsetzung des Tankers gewertet werden.
Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, um die Motivation hinter dem Manöver aufzuklären. Der Kapitän des Tankers, ein Inder, muss sich wegen des Transports von russischem Öl unter Verletzung internationaler Sanktionen vor Gericht verantworten. Er sitzt in Untersuchungshaft.









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