Vorfall im Ärmelkanal
Schüsse von Kreml-Kriegsschiff auf britische Jacht
Die Besatzung eines russischen Kriegsschiffes hat Warnschüsse auf eine britische Jacht im Ärmelkanal abgegeben. Moskau bestätigte den Vorfall – und will „unter strikter Einhaltung der internationalen Schifffahrtsvorschriften“ gehandelt haben ...
Ein höchst beunruhigender Vorfall sorgt für diplomatische Spannungen: Von der „Admiral Grigorowitsch“ wurden am Dienstag Warnschüsse auf eine unter britischer Flagge fahrende Jacht abgefeuert.
Keine Verletzten gemeldet
Der Zwischenfall ereignete sich der Nachrichtenagentur AP zufolge rund 32 Kilometer südlich der Isle of Wight in internationalen Gewässern, auf der viel befahrenen Schifffahrtsroute zwischen der britischen Südküste und der Normandie. Auch die BBC und andere Medien berichteten von dem Vorfall.
Die Besatzung der Jacht meldete den Behörden, dass das Russen-Kriegsschiff aus einer Entfernung von nur etwa 450 Meter Schüsse abgegeben habe. Glück im Unglück: Weder Personen wurden verletzt noch das zivile Schiff wurde beschädigt. Das britische Marineschiff HMS Mersey befand sich in der Nähe und überwachte das russische Schiff.
Die motorlose Jacht sei in Richtung der Fregatte getrieben, sagte eine mit dem Vorfall vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Das russische Schiff gab bei nebeligen Bedingungen Warnschüsse ab, nachdem es eine akustische Warnung ausgestoßen hatte, berichtet die BBC.
Dem Sender zufolge begleitet die russische Einheit Schiffe von Wladimir Putins „Schattenflotte“ durch den Ärmelkanal. Die Fregatte soll bereits seit mehreren Monaten in diesem Gebiet im Einsatz sein und wurde wiederholt von einem Reparaturschiff versorgt. Die Anwesenheit der „Admiral Grigorowitsch“ war bekannt und wurde überwacht.
Das russische Verteidigungsministerium erklärte, die Jacht habe sich dem Kriegsschiff in „gefährlicher Weise“ genähert, und deren Besatzung habe mit Gewehren in ihre Fahrtrichtung geschossen, nachdem sie mehrfach versucht hatte, per Funk Kontakt aufzunehmen.
Zeitpunkt sorgt für Spekulationen
Der zeitliche Ablauf der Ereignisse bietet Raum für Spekulationen. Nur zwei Tage zuvor hatten britische Einheiten einen sanktionierten Tanker im Kanal gestoppt und festgesetzt, der zur russischen „Schattenflotte“ gehören soll. Es war der erste Einsatz dieser Art, der darauf abzielt, russische Einnahmen aus Ölgeschäften zu unterbinden, mit denen die Regierung in Moskau ihren Krieg in der Ukraine finanziert.
Obwohl die zeitliche Nähe auffällig ist, sehen britische Beamte vorerst keinen direkten Zusammenhang mit dieser Operation. Es wird betont, dass die Warnschüsse nicht als unmittelbare Vergeltung für die Festsetzung des Tankers gewertet werden.
Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, um die Motivation hinter dem Manöver aufzuklären. Der Kapitän des Tankers, ein Inder, muss sich wegen des Transports von russischem Öl unter Verletzung internationaler Sanktionen vor Gericht verantworten. Er sitzt in Untersuchungshaft.









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