Mi, 20. Juni 2018

Flott gemacht

28.07.2014 15:10

Citroën Cactus: Braucht es Dünger unter der Haube?

Diesen Cactus kauft man nicht im Blumengeschäft, aber beim Händler schon: Mit ihm ist Citroën ein großer Wurf gelungen, der die Werte der Marke auf den Punkt bringt, Kreativität mit mutigem Design kombiniert und viel Platz mit wenig Gewicht kombiniert. Stellt sich die Frage: Wie gut gedüngt muss der Antrieb des Citroën Cactus sein, um das flotte Stachelpflänzchen angemessen zu bewegen?

Als Antrieb stehen in Österreich vier Motoren für den Citroën C4 Cactus (so sein voller Name) zur Wahl: zwei Benziner mit 82 und (ab November) 110 PS sowie zwei Diesel (92 und 100 PS). Den eigentlichen Einstiegsbenziner mit 75 PS erspart uns PSA grundsätzlich, dafür ist die 82-PS-Version hierzulande aber sogar billiger als der 75er in Deutschland.

Allerdings sollte man eher anspruchslos sein, wenn man den Basismotor wählt. Dabei würde man eigentlich ein spritziges Gefährt erwarten. 82 PS treffen auf gerade mal 965 kg. Doch schon der 0-100-Wert macht stutzig: 14,5 Sekunden. Die Realität ist aber noch schlimmer, denn der Dreizylinder ist im unteren Drehzahlbereich so schwachbrüstig und passt so wenig zur Getriebeübersetzung, dass man im Stadtverkehr ständig glaubt "zu verhungern" oder vom zweiten in den ersten Gang schalten muss.

Viel besser, nein: richtig gut macht es das gleiche Triebwerk, wenn es vom Turbo aufgeblasen wird und dadurch auf 110 PS und 205 Nm kommt. Dann vergehen 10,4 Sekunden für den Standardsprint und das Ganze fährt sich so flott, wie es aussieht. Sportlich natürlich nicht, aber die herausragende Eigenschaft des Fahrwerks ist sein Komfort – und darauf ist das ganze Auto ausgelegt.

Diesel mit obligatorischer Getriebe-Kombination
Bei den Dieseln lautet die Entscheidung eigentlich nicht 92 oder 100 PS, sondern automatisiertes Sechsgang-Schaltgetriebe (ETG 6) oder manuelle Fünfgang-Handschaltung. Vorteil des ETG 6: Dank des Verzichts auf den Schalthebel kann ein Mittelteil die beiden Vordersitze verbinden und so etwas wie die Illusion einer durchgehenden Sitzbank erzeugen. Ob man mit dieser Art Getriebe leben kann, muss jeder für sich selbst entscheiden – nach einer Probefahrt. Meine Empfehlung geht zum herkömmlichen Schaltgetriebe, das gut mit dem Motor harmoniert und den Cactus ansprechend antreibt.

Das ETG 6 ist übrigens auch für den 82-PS-Benziner zu haben, der stand aber nicht für Testfahrten bereit.

Der Verbrauch: Top-Diesel ist top
Der 100-PS-Dieselmotor ist der Verbrauchskönig der Runde: 3,4 l/100 km genehmigt er sich auf dem Normprüfstand. Sein etwas schwächerer Bruder kommt auf zwei Zehntel mehr. 5,7 Liter sind es beim Top-Benziner, während sein turboloses Pendant 4,6 l/100 km im Datenblatt stehen hat.

Fazit
13.490 Euro Einstiegspreis für den Citroën Cactus, dessen Name die Genügsamkeit hochleben lässt, sind eine Kampfansage. Aber 17.290 Euro sollte man zumindest investieren, denn dann hat man den besten Motor und auch eine Klimaanlage an Bord – und muss (bei aller Genügsamkeit) auf nichts verzichten. Na gut, Parksensoren sollte man sich noch gönnen (mit Rückfahrkamera und beheizten Spiegeln um gut 400 Euro), damit man nicht zwischen Oleander und Rhododendron landet, wenn man doch mal beim Blumengeschäft parkt.

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