„Historischer Sieg“

Kinder nicht geschützt: Millionenstrafe für Meta

Digital
25.03.2026 07:27
Porträt von krone.at
Von krone.at

Weil Meta Minderjährige auf seinen Plattformen Facebook, Instagram und WhatsApp nicht ausreichend schützt, ist der Konzern am Donnerstag zum Abschluss eines sechswöchigen Prozesses im US-Staat New Mexico von den Geschworenen zur Zahlung von über 375 Millionen Dollar Schandenersatz verurteilt worden. Meta kündigte Berufung an.

Die Generalstaatsanwaltschaft des US-Staats hatte Mark Zuckerbergs Meta-Konzern vorgeworfen, Minderjährige nicht ausreichend vor Online-Anmache, sexuellem Missbrauch und Menschenhandel in den eigenen Diensten geschützt zu haben.

Das Urteil sei „ein historischer Sieg für jedes Kind und jede Familie, die den Preis dafür gezahlt hat, dass Meta Profit über die Sicherheit von Kindern gestellt hat“, erklärte Generalstaatsanwalt Raúl Torrez, der die Klage eingereicht hatte. Die Führungsebene von Meta habe gewusst, „dass ihre Produkte Kindern schaden, ignorierten Warnungen ihrer eigenen Mitarbeiter und belogen die Öffentlichkeit hinsichtlich dessen, was sie wussten“.

  Der US-Konzern kündigte nach der Urteilsverkündigung an, in Berufung zu gehen. „Wir lehnen das Urteil respektvoll ab“, erklärte ein Meta-Sprecher. „Wir arbeiten hart daran, die Sicherheit der Menschen auf unseren Plattformen zu gewährleisten.“

Die Anklage hatte von Meta die höchstmögliche Geldstrafe von 5000 Dollar für jeden der geschätzt 221.000 Minderjährigen in New Mexico, die Online-Netzwerke nutzen, gefordert. Insgesamt belief sich die geforderte Strafzahlung damit auf rund 2,2 Milliarden Dollar (rund 1,89 Milliarden Euro).

Weiterer Prozess in Los Angeles
Im kalifornischen Los Angeles läuft unterdessen ein Modellprozess gegen die Internetriesen Meta und YouTube, die laut Anklage Social-Media-Sucht gefördert haben sollen. Die Geschworenen erklärten am Montag (Ortszeit) nach mehr als einwöchigen Beratungen, sie täten sich schwer mit dem Urteil gegen einen der Konzerne. Die Vorsitzende Richterin Carolyn Kuhl rief die Jurymitglieder daraufhin auf, weiter zu tagen. Ohne Urteil müssten neue Geschworene ausgewählt werden, und das erzeuge „Zusatzkosten für alle“, mahnte Kuhl.

In dem Verfahren geht es um den Fall einer heute 20-jährigen Kalifornierin. Sie wirft den Betreibern der Online-Netzwerke vor, sie als Minderjährige abhängig gemacht und ihr dadurch schwere psychische Schäden zugefügt zu haben. In dem Prozess hatten unter anderem Meta-Chef Zuckerberg und Instagram-Chef Adam Mosseri ausgesagt. Beide wiesen die Vorwürfe zurück.

Das Ergebnis des Prozesses dürfte einen Maßstab für die Entscheidung über Tausende weitere Klagen setzen. Darin wird den Tech-Riesen vorgeworfen, junge Nutzerinnen und Nutzer abhängig gemacht zu haben und damit für Depressionen, Essstörungen, Psychiatrie-Aufenthalte und sogar Suizide verantwortlich zu sein.

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