Der Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff zieht immer weitere Kreise. Laut WHO gibt es inzwischen elf Fälle. Bei uns ist noch keine Erkrankung bestätigt worden, allerdings führt nun eine Spur nach Österreich ...
Angaben des Gesundheitsministeriums zufolge befanden sich zwar keine Österreicher an Bord des Seuchen-Kreuzfahrtschiffes „Hondius“, doch wurden außerhalb des Schiffes Kontaktpersonen identifiziert, die teilweise Symptome entwickelten, aber bisher negativ getestet wurden.
Ansteckung der Kontaktperson „äußerst unwahrscheinlich“
Es wurde auch eine Person in Österreich ermittelt, die sich räumlich entfernt an Bord eines Flugzeugs gemeinsam mit einem bestätigten Fall befand. Der Mann wurde entsprechend den nationalen und internationalen Empfehlungen als Niedrigrisiko-Kontaktperson eingestuft. Dem aktuellen Wissensstand nach ist eine tatsächliche Ansteckung der Kontaktperson äußerst unwahrscheinlich, er zeigt bislang auch keine Symptomatik.
Den internationalen Vorgaben zufolge müssen Kontaktpersonen aber sechs Wochen unter Beobachtung bleiben, ob es nicht doch zu einem Krankheitsausbruch kommt.
Infizierte Frau verstarb in Johannesburg
Die nachgewiesen infizierte Person – eine Frau aus den Niederlanden - ging nach der Evakuierung von der „Hondius“ in Johannesburg an Bord eines Flugzeugs, in dem sich auch der Mann aus Österreich befand – zwei Sitzreihen entfernt. Die Infizierte musste auf Anweisung der Crew vor dem Abflug wieder aussteigen und verstarb später in Johannesburg.
Bisher drei Tote
Seit Beginn des Ausbruchs auf dem Atlantik-Kreuzfahrtschiff wurden international bis Dienstag elf Fälle gemeldet – neun bestätigte und zwei Verdachtsfälle. Davon sind drei Personen verstorben. Alle bislang bekannten Fälle betreffen Personen, die sich auf der „Hondius“ aufgehalten haben.
Das Risiko für die Allgemeinbevölkerung in Europa wird durch die europäische Seuchenagentur ECDC als „sehr gering“ eingeschätzt. Folgefälle können jedoch durch geplante bzw. bereits erfolgte Evakuierungen, reguläre Abreisen sowie durch den starken, internationalen Reiseverkehr nicht ausgeschlossen werden.
Daher steht das Gesundheitsministerium im laufenden Austausch mit nationalen und internationalen Behörden, Fachstellen sowie Experten, um die Lage kontinuierlich zu bewerten und entsprechende Maßnahmen abzustimmen.
Übertragung durch verseuchten Mäusekot
Hantaviren werden überwiegend durch das Einatmen von kontaminierten Ausscheidungen von Nagetieren, insbesondere Urin, Kot oder Speichel, übertragen. Eine Infektion kann durch einen PCR-Test nachgewiesen werden, zusätzlich werden Antikörpertests durchgeführt, um eine Immunreaktion gegen das Virus festzustellen. In der Praxis werden oft beide Methoden kombiniert.
Die Symptome einer Infektion mit dem Hantavirus können zu Beginn von Fieber, Muskelschmerzen über Magen-Darm-Beschwerden bis hin zu plötzlichem Auftreten von Atemnot und Hypotonie reichen. Die Erkrankung kann rasch zu schwerem Atemversagen und Schock führen. Die Fallsterblichkeitsrate liegt bei solch schweren Verläufen zwischen 35 und 50 Prozent.
Überlebende erholen sich in der Regel rasch, die vollständige Genesung kann Wochen bis Monate dauern. Die Dauer der Ansteckungsfähigkeit ist derzeit unter Experten noch nicht eindeutig geklärt – nach aktuellem Wissensstand liegt sie zwischen wenigen Tagen und sechs Wochen.
Meldepflicht erweitert
Angesichts des aktuellen Ausbruchs hat das Gesundheitsministerium die bestehende Meldepflicht vorsorglich erweitert. Seit 9. Mai müssen neben Erkrankungen und Todesfällen auch Verdachtsfälle von Mensch zu Mensch übertragbaren Hantavirus-Infektionen gemeldet werden.
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