Bärenschreck

Roboter im Wolfspelz findet reißenden Absatz

Elektronik
13.05.2026 12:01
Porträt von krone.at
Von krone.at

Glühende Augen, ein angsteinflößendes Gebiss und ein zotteliges Fell – bei dieser Kreatur handelt es sich nicht um ein Raubtier, sondern um einen als Wolf verkleideten Roboter, der die sich in Japan ausbreitenden Bären abschrecken soll. Der „Monster-Wolf“ des japanischen Unternehmens Ohta Seiki wirkt nicht nur durch seine Optik abschreckend, er heult und jault auch.

Die Zahl der Bestellungen ist nach Unternehmensangaben auf einen neuen Rekordstand gestiegen. Wie das in Hokkaido ansässige Unternehmen mitteilte, wurden seit Jahresbeginn schon etwa 50 Exemplare des Wolfsroboters geordert – so viele wie bisher in einem gesamten Jahr. „Wir fertigen sie per Hand. Wir können sie jetzt nicht schnell genug herstellen“, so Unternehmenschef Yuji Ohta. Die Kunden müssten bis zur Auslieferung daher zwei bis drei Monate warten.

In Zukunft soll sich der Bärenschreck auch fortbewegen können.
In Zukunft soll sich der Bärenschreck auch fortbewegen können.(Bild: AFP/TORU YAMANAKA)

Im Preis von umgerechnet rund 3400 Euro sind die Batterien, Solarzellen, Sensoren und Lautsprecher inbegriffen. Der Roboter kann mehr als 50 verschiedene Töne ausstoßen, darunter menschliche Stimmen und elektronische Geräusche, die noch bis in einem Kilometer Entfernung zu hören sind. Die Augen sind mit roten LED-Lampen versehen, der Schwanz mit blauen.

Höchststand bei Bärensichtungen
Die meisten Bestellungen kommen von Landwirten, den Betreibern von Golfplätzen und Menschen, die in ländlichen Gebieten draußen arbeiten. Im Steuerjahr 2025/2026 war in Japan die Zahl der durch Bären getöteten Menschen auf 13 gestiegen – das Zweifache des bisherigen Rekordwerts. Auch die Zahl der landesweiten Bär-Sichtungen erreichte nach offiziellen Angaben mit mehr als 50.000 einen neuen Höchststand. Beim bisherigen Rekord vor zwei Jahren waren es nicht einmal halb so viele gewesen.

Die umherstreifenden Bären dringen immer weiter in menschliche Siedlungen vor. Sie sorgten bereits in Supermärkten oder in der Nähe von Schulen oder bei den bei Touristen beliebten heißen Quellen für Aufregung. Die Zahl der gefangenen und danach getöteten Bären verdreifachte sich daher zuletzt auf 14.601 in einem Jahr.

Ohta hatte seinen Robotor-Wolf 2016 vorgestellt. Nachdem das Gerät zuerst oftmals als Spielerei angesehen wurde, hat es sich mittlerweile einen Markt erkämpft. Das Unternehmen arbeitet nun an einer Version auf Rollen, um Tiere zu jagen oder auf vorgegebenen Routen zu patrouillieren.

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