Um etwas lange zu erhalten, muss man schadhafte Teile rasch beseitigen und gegen funktionierendes Material austauschen. Im menschlichen Körper ist das nicht anders. Daher besitzen unsere Zellen eine eigene „Müllabfuhr“ und Reparaturmechanismen.
Warum japanische Tempel, auch wenn sie viele Jahrhunderte alt sind, wie neu aussehen? Weil sofort, wenn etwas kaputtgeht oder abgenützt ist, der Teil sofort erneuert wird. Ein Vorgehen, das so ein Bauwerk ewig „jung“ erhält. Und ein Bild dessen, was auch in unseren Zellen vor sich geht.
Milliarden neuer Blutzellen
In unserem Körper kommt nämlich auch ständig zur Erneuerung in den kleinsten Strukturen, in den Zellen. Laut der österreichischen Wissenschaftsplattform Open Science (opensience.or.at) entstehen so zum Beispiel Tag für Tag mehrere Milliarden neuer Blutzellen im Knochenmark, um alte und abgestorbene Zellen zu ersetzen.
Auch Verletzungen müssen permanent repariert und Gewebe funktionsfähig erhalten werden. Doch es werden nicht nur neue Zellen gebildet, auch in den Zellen selbst werden ältere und nicht mehr brauchbare Bestandteile laufend entsorgt und erneuert.
Am deutlichsten können wir das an der Haut erkennen. Ihr Erneuerungsprozess dauert etwa 28 Tage. Dabei werden täglich ca. 5 Milliarden Hautzellen (bis zu 14 Gramm) abgestoßen! Mit dem Alter verlangsamt sich der Prozess.
Die Frage aller Fragen ist daher: Kann man die Zellerneuerung unterstützen? Stellt dies vielleicht den sagenhaften, seit Jahrtausenden in der Mythologie erwähnten Jungbrunnen dar?
Dazu gibt es zahlreiche Theorien, eine davon konnte aber belegt werden: Die Zelle besitzt die Fähigkeit, kaputtes, beschädigtes oder unbrauchbares Material in ihrem Inneren zu identifizieren, abzubauen und quasi zu recyceln. Damit gewinnt die Zelle wieder mehr Energie, kann sich rascher erneuern und bewirkt mit diesem Selbstreinigungsprozess Schutz vor Krankheiten sowie Verlangsamung von Alterungsmechanismen. Der Fachausdruck dafür ist Autophagie. Der japanische Zellforscher Yoshinori Ohsumi bekam für diese Entdeckung im Jahr 2016 den Nobelpreis für Medizin. Er identifizierte Gene, die für die Autophagie verantwortlich sind.
Zelluläre Müllabfuhr
Österreichische Forscher der Wiener Max F. Perutz Laboratories haben zusammen mit internationalen Kollegen verblüffende Abläufe herausgefunden, wie die zelluläre Müllabfuhr im Detail funktioniert. Eine Rolle spielen dabei zwei Eiweißbestandteile. Das Protein FIP200 hilft dabei, dass der „Müllsack“ der Zelle, gebildet aus Membranen, das Autophagosom, richtig gebildet wird. Das Protein p62 hingegen erkennt und sammelt das überflüssige Zellmaterial und bereitet es für den Abtransport in diesem Müllsack vor. Beide arbeiten dabei zusammen, um einen reibungsfreien Abtransport des angesammelten Zellmaterials zu gewährleisten. Es findet sogar eine Art Kommunikation statt.
Alle diese Körperreaktionen spielen sich ohne unser aktives Zutun ab. Es gibt aber sehr wohl Möglichkeiten, die Autophagie anzukurbeln. Und dafür ist jetzt die richtige Zeit: Fasten! Nahrungsentzug aktiviert die Autophagie, weil dies der Zelle das Überleben sichert und in mageren Zeiten möglichst lange gesund und leistungsfähig zu bleiben. Wichtig ist aber, den Organismus nicht zu überfordern, sondern ein gezieltes Fastenprogramm, am besten unter fachlicher Aufsicht, durchzuführen. Als besonders geeignet hat sich Intervallfasten herausgestellt.
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