Vermittler Pakistan rechnet „voraussichtlich in den nächsten 24 Stunden“ mit einem Abkommen zum Ende des Iran-Kriegs. Sowohl die USA als auch der Iran hatten bestätigt, dass es bald einen Deal geben werde. Ob erneute iranische Angriffe in der Straße von Hormuz dem im Weg stehen, wird sich zeigen.
„Wir sind einem Friedensabkommen näher als je zuvor“, schrieb Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif am Samstag auf der Online-Plattform X. Pakistan vermittelt bei den Gesprächen zwischen dem Iran und den USA. „Da mit der Finalisierung voraussichtlich in den nächsten 24 Stunden zu rechnen ist, bereitet sich Pakistan auf die elektronische Unterzeichnung des Friedensabkommens unmittelbar danach vor“, erklärte Sharif.
Deal nur Ausgangspunkt für weitere Verhandlungen
„Wir sind zuversichtlich, dass dieses historische Friedensabkommen eine solide Grundlage für dauerhaften Frieden bilden wird.“ Auch bereite man sich auf Gespräche auf technischer Ebene in der kommenden Woche vor.
Denn ein solche Friedensabkommen wäre vorerst nur der Ausgangspunkt für vertiefte Verhandlungen. Deren schwierigster Knackpunkt ist Irans Atomprogramm. Eine Lösung in dieser Frage soll Berichten aus beiden Ländern zufolge innerhalb von 60 Tagen erzielt werden.
Neue Angriffe in der Straße von Hormuz zeigen, dass die Sache noch nicht endgültig geklärt ist. Am Samstag attackierte der Iran Handelsschiffe in der Meerenge, meldete das US-Militär am frühen Samstagmorgen. „Die US-Streitkräfte haben sie alle in den letzten Stunden abgeschossen, während der Schiffsverkehr durch die Meerenge ungehindert weiterfließt“, teilte das zuständige US-Regionalkommando Centcom auf X mit. Später wurde der Küste des Oman ein Tanker von einem Geschoß unbekannter Herkunft getroffen, wie die britische Seefahrtsbehörde UKMTO mitteilte.
„Nicht alle“ im Iran für Deal
Laut US-Präsident Donald Trump sollen die Dokumente für ein erstes Rahmenabkommen in Kürze fertiggestellt und vielleicht schon an diesem Wochenende unterzeichnet werden – womöglich in Europa. Ein ranghoher US-Beamter machte am Freitag allerdings klar, dass bisher nicht feststehe, ob es wirklich dazu kommt. Die meisten Verantwortlichen im Iran seien für eine Vereinbarung, „aber nicht alle“.
Irans Außenminister Abbas Araqchi schrieb zwar auf der Plattform X, dass eine Absichtserklärung zum Greifen nah sei. „Bis zur endgültigen Fertigstellung sollten sich die Medien mit Spekulationen über ihren Inhalt zurückhalten“, fügte er jedoch hinzu.
Deal soll Straße von Hormuz öffnen
Laut Trump sieht die geplante Vereinbarung eine Öffnung der für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtigen Straße von Hormuz vor. Medienberichten zufolge soll dieser Schritt binnen 30 Tagen vollzogen sein – und im Gegenzug laut Trump die US-Blockade iranischer Häfen aufgehoben werden.
Die Vereinbarung soll einem ranghohen US-Beamten zufolge zudem dazu führen, dass das iranische Atomprogramm zurückgebaut wird. Die USA sollen das angereicherte Uran erhalten, das sonst theoretisch für den Bau von Atomwaffen genutzt werden könnte, wie nicht nur Israels Regierung befürchtet. Das Material solle vor Ort unschädlich gemacht und anschließend aus dem Land gebracht werden, erklärte der US-Beamte.
Die politische Führung der Islamischen Republik beteuert zwar stets, sie strebe nicht nach Atomwaffen. Israels Regierung schenkt diesen Beteuerungen aber keinen Glauben. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu, der in vier Monaten bei Wahlen um sein Amt kämpfen muss, betonte nach Angaben seines Büros, solange er Regierungschef sei, „wird der Iran keine Atomwaffen besitzen. Präsident Trump und ich sind uns in dieser Frage vollkommen einig.“
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