Nachdem US-Präsident Donald Trump zum 39. Mal einen bevorstehenden Deal zum Ende des Iran-Kriegs angekündigt hatte, bestätigte auch der Iran einen „endgültigen“ Text für ein Friedensabkommen. Doch schon kurz darauf meldete das US-Militär wieder iranische Angriffe in der Straße von Hormuz.
Der Iran habe Handelsschiffe in der Meerenge Straße von Hormuz angegriffen, meldete das US-Militär am frühen Samstagmorgen. „Die US-Streitkräfte haben sie alle in den letzten Stunden abgeschossen, während der Schiffsverkehr durch die Meerenge ungehindert weiterfließt“, teilte das zuständige US-Regionalkommando Centcom auf X mit.
Ob damit ein mögliches Abkommen wieder vom Tisch ist, ist noch unklar. Klar ist aber: Eine solcher Deal wäre vorerst sowieso nur der Ausgangspunkt für vertiefte Verhandlungen. Deren schwierigster Knackpunkt ist Irans Atomprogramm. Eine Lösung in dieser Frage soll Berichten aus beiden Ländern zufolge innerhalb von 60 Tagen erzielt werden.
„Nicht alle“ im Iran für Deal
Laut US-Präsident Donald Trump sollen die Dokumente für ein erstes Rahmenabkommen in Kürze fertiggestellt und vielleicht schon an diesem Wochenende unterzeichnet werden – womöglich in Europa. Ein ranghoher US-Beamter machte am Freitag allerdings klar, dass bisher nicht feststehe, ob es wirklich dazu kommt. Die meisten Verantwortlichen im Iran seien für eine Vereinbarung, „aber nicht alle“.
Irans Außenminister Abbas Araqchi schrieb zwar auf der Plattform X, dass eine Absichtserklärung zum Greifen nah sei. „Bis zur endgültigen Fertigstellung sollten sich die Medien mit Spekulationen über ihren Inhalt zurückhalten“, fügte er jedoch hinzu.
Deal soll Straße von Hormuz öffnen
Laut Trump sieht die geplante Vereinbarung eine Öffnung der für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtigen Straße von Hormuz vor. Medienberichten zufolge soll dieser Schritt binnen 30 Tagen vollzogen sein – und im Gegenzug laut Trump die US-Blockade iranischer Häfen aufgehoben werden.
Die Vereinbarung soll einem ranghohen US-Beamten zufolge zudem dazu führen, dass das iranische Atomprogramm zurückgebaut wird. Die USA sollen das angereicherte Uran erhalten, das sonst theoretisch für den Bau von Atomwaffen genutzt werden könnte, wie nicht nur Israels Regierung befürchtet. Das Material solle vor Ort unschädlich gemacht und anschließend aus dem Land gebracht werden, erklärte der US-Beamte.
Die politische Führung der Islamischen Republik beteuert zwar stets, sie strebe nicht nach Atomwaffen. Israels Regierung schenkt diesen Beteuerungen aber keinen Glauben. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu, der in vier Monaten bei Wahlen um sein Amt kämpfen muss, betonte nach Angaben seines Büros, solange er Regierungschef sei, „wird der Iran keine Atomwaffen besitzen. Präsident Trump und ich sind uns in dieser Frage vollkommen einig.“
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