Wer steckt dahinter?

Sabotage bei Ostsee-Glasfaserkabel wahrscheinlich

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06.12.2024 17:37
Porträt von krone.at
Von krone.at

Bei den Glasfaserkabeln, die in der Ostsee beschädigt worden sind, liegt wahrscheinlich ein Sabotageakt vor. Das sagte unter anderem der litauische Präsident Gitanas Nauseda am Freitag. Beweise gebe es dafür aber nicht, räumte er gleichzeitig ein.

Wie berichtet, waren im November zwei Telekommunikationskabel zwischen Finnland und Deutschland sowie der schwedischen Insel Gotland und Litauen beschädigt worden (siehe Video oben). Ende November teilten die jeweiligen Netzbetreiber dann mit, dass die Kabel wieder repariert worden seien. In Verdacht geriet ein chinesisches Schiff, das sich zum Zeitpunkt des Vorfalls in der Nähe eines Kabels aufgehalten haben soll.

Ursachen schwer auszumachen
Der Massengutfrachter „Yi Peng 3“ soll seinen Anker auf den Meeresboden geschleift haben. Schwedens Regierung forderte, dass das Schiff für eine Untersuchung zurückkehren müsse. Keine Behörde konnte jedoch Beweise dafür vorlegen, dass es sich um ein vorsätzliches Vorgehen handelte. Chinas Regierung hat sich bereit erklärt, bei den Ermittlungen zu helfen. Der Kreml hat wiederum bestritten, an den Vorfällen beteiligt gewesen zu sein.

Die Ostsee, an dessen Küste acht NATO-Anrainerstaaten und Russland liegen, wird immer mehr zum Brennpunkt. Seit Februar 2022 gab es mindestens drei Vorfälle, bei denen möglicherweise Sabotageakte gegen Telekommunikationskabel und Gaspipelines verübt wurden, die auf dem relativ flachen Meeresboden verlaufen. 

NATO verstärkt Patrouillen
„Die NATO verstärkt die Patrouillen, (...) die Verbündeten investieren in innovative Technologien, die dazu beitragen können, diese Anlagen besser zu schützen“, sagte Kommandant Arlo Abrahamson, ein Sprecher des Alliierten Seekommandos der NATO. Doch die Leichtigkeit, mit der der Anker eines Schiffes ein Kabel durchtrennen kann, macht es in Verbindung mit den oft tückischen Seebedingungen fast unmöglich, solche Angriffe tatsächlich zu verhindern.

Im Einsatz ist etwa die Minenjagdflotte mit sechs Schiffen, die verdächtige Unterwasseraktivitäten beobachten. Ein Sonar, der am Rumpf montiert ist, tastet den Meeresboden ab. Drohnen können unter Wasser Bilder und Videos aufnehmen, spezialisierte Taucherinnen und Taucher stehen zur Inspektion zur Verfügung.

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