„Wohnungen verklopfen“

FPÖ sieht Nevrivy als Totalschaden für Wiener SPÖ

Wien
19.08.2026 19:00

Nach der Enthüllung, dass der Donaustädter Bezirksvorsteher und SPÖ-Grande Ernst Nevrivy gern 100.000 Wiener Gemeindewohnungen „verklopfen“ würde, reibt sich die FPÖ die Hände: Parteichef Dominik Nepp geht mit den Roten naturgemäß hart ins Gericht.

Das geplante Thema Sicherheit bei einer FPÖ-Pressekonferenz am Mittwoch wurde zur Nebensache. Verantwortlich dafür: der öffentlich gewordene Wunsch des Donaustädter Bezirksvorstehers Ernst Nevrivy (SPÖ), 100.000 Gemeindewohnungen „verklopfen“ zu wollen, in der inzwischen berüchtigten Weinkeller-Runde mit dem vormaligen WKW-Boss Walter Ruck.

„Jetzt haben wir es schwarz auf weiß“
FPÖ-Chef Dominik Nepp sieht darin „mehr als Weinkellergerede“: Dass die Wiener Stadtpolitik auch schon in der Chefetage der Wiener Städtischen Versicherung entsprechende Pläne diskutiert habe und dass die AUVA-Pläne für das Meidlinger Unfallkrankenhaus ebenfalls verdächtig gut zu Ideen aus dem Weinkeller passen, zeigt für Nepp: „Man sieht, dass es wahr ist. Jetzt haben wir es schwarz auf weiß, wie mit dem Tafelsilber der Stadt umgegangen werden soll.“

Dass die Stadt Verkaufspläne dementiert, hält Nepp für „unglaubwürdig“, sondern sieht das Renommee der SPÖ ruiniert. Vor allem Nevrivy sei „politisch tot, hin“: „So einen Bezirksvorsteher braucht es in Wien nicht.“ Immer öfter werde er von Bürgern auf die Affäre angesprochen und sei sich sicher: „Die Leute haben die Schnauze voll.“

„Ich freue mich, wenn er bis 2030 durchhält“
Den Enthüllungen aus dem Weinkeller werde die FPÖ bei der Wien-Wahl 2030 „ein Kopf-an-Kopf-Rennen in den Bezirken und um den Bürgermeistersessel“ verdanken, ist Nepp überzeugt. Er glaubt auch, dass Ludwigs Ankündigung, 2030 wieder antreten zu wollen, eine „Flucht nach vorn“ angesichts des Skandals war. Er freue sich, wenn „Ludwig bis 2030 durchhält, weil dann gibt’s die Abrechnung“. Zur Erinnerung: Bei der Wien-Wahl im Vorjahr lag die SPÖ bei 39,4 Prozent und die FPÖ bei 20,3.

Wiens FPÖ-Chef Dominik Nepp mit seinem Sicherheitssprecher Stefan Berger bei der Pressekonferenz ...
Wiens FPÖ-Chef Dominik Nepp mit seinem Sicherheitssprecher Stefan Berger bei der Pressekonferenz am Mittwoch(Bild: FPÖ Wien)

Warnung vor wachsendem Mangel an Polizisten
Apropos Wahlkampf: Beim Thema Sicherheit pochte die FPÖ auf die schon vor der letzten Wahl geforderte „Großstadtzulage“ für Polizisten, um Personalabgänge zu bremsen. Die Bundeshauptstadt habe allein durch Pensionierungen, Kündigungen und Versetzungen vergangenes Jahr netto 390 Polizisten mehr verloren als dazugekommen seien.

Die Sicherheitslage in Wien ist aus Nepps Sicht inzwischen „kein Problem, sondern ein Desaster“. Das kommende neue Dienstrecht, das Überstunden einsparen helfen soll, werde die Lage verschärfen und zum „Sicherheitskollaps“ führen: „Wer Polizisten Stunden streicht, streicht Polizeipräsenz und damit Sicherheit.“

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