Umfrage-Schock für ÖVP

FPÖ am Weg zur Nummer Eins in Niederösterreich

Niederösterreich
19.08.2026 10:00

Ein Erdbeben kommt selten allein: Die Veröffentlichung einer IFDD-Umfrage sorgte für Sorgenfalten bei der ÖVP in Niederösterreich. Die Freiheitlichen sitzen demnach den Schwarzen mit satten 30 Prozent bereits im Nacken, neue Zahlen zeichnen aber ein noch düsteres Bild ...

Statt 35 zu 30 (wie in der IFDD-Umfrage), eher sogar 32 zu 32 – und somit ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der ÖVP von Johanna Mikl-Leitner und den Freiheitlichen unter der Führung von Udo Landbauer. So lautet jedenfalls die inoffizielle Information aus diversen Parteizentralen der NÖ-Metropole St. Pölten.

Bei der FPÖ zeigt man sich aber zugeschnürt. Das vorsichtige Statement nach der IFDD-Umfrage: „Sie ist eine erfreuliche Momentaufnahme und für uns Freiheitliche vor allem ein klarer Auftrag: Mit voller Kraft für unsere Landsleute weiterarbeiten. Wir haben gezeigt, dass wir bereit sind, die Veränderung umzusetzen, mit der uns die Wähler beauftragt haben. Unser Kompass zeigt dabei immer in Richtung Bevölkerung“, kommentiert FPÖ-Niederösterreich-Landesparteiobmann und LH-Stellvertreter Udo Landbauer die ersten Zahlen.

Dabei haben die Freiheitlichen gegenüber der Landtagswahl „nur“ um rund sechs Prozentpunkte auf 30 zugelegt. Doch genau darin liegt für die Volkspartei die Brisanz: Denn die einst so komfortable schwarze Vormachtstellung beginnt sichtbar zu bröckeln und von den prognostizierten 35 Prozent soll man –  laut Zahlen der Opposition – weit entfernt sein.

Zauner verteilt gern Gelbe Karten, für die nächste Landtagswahl braucht es aber mehr.
Zauner verteilt gern Gelbe Karten, für die nächste Landtagswahl braucht es aber mehr.(Bild: Andreas Steinacher)

Keine Spur mehr von „Rückholaktion“, wenig Vertrauen in Parteimanager
Fakt ist: Am Wahlabend 2023 hatte Johanna Mikl-Leitner in ihrer Ansprache noch eine „Rückholaktion des Vertrauens“ angekündigt. Eineinhalb Jahre vor der nächsten Landtagswahl ist davon allerdings nur wenig zu spüren. Mikl-Leitner will erneut als Spitzenkandidatin ins Rennen gehen. Doch wer die ÖVP tatsächlich zurück auf die Siegerstraße führen soll, steht mehr denn je in den Sternen.

VPNÖ-Landesgeschäftsführer Matthias Zauner, ein Intimus von Wiener Neustadts Stadtchef Klaus Schneeberger, muss sich daran messen lassen. Er kam erst nach dem Fiasko der vergangenen Landtagswahl ins Amt – dass ausgerechnet er die richtige Strategie für das Comeback entwickeln kann, glauben allerdings selbst in den eigenen Reihen nur die wenigsten.

Zauner selbst versucht, die Lage naturgemäß optimistischer zu verkaufen. Zur IFDD-Umfrage meinte er: „Im Gegensatz zu den anderen Bundesländern können wir dem negativen Bundestrend entgegenhalten. Denn seit drei Jahren sehen verschiedene Umfragen die Volkspartei Niederösterreich trotz sinkender Bundeswerte gleichbleibend stabil bei 35 bis 36 Prozent.“

Politischer Ausnahmezustand bei echtem Duell
Nur: Stabilität ist noch lange kein Aufbruch. Und schon gar kein Garant für einen Wahlsieg. Denn während die ÖVP auf ihre vermeintlich stabile Stammwählerschaft verweist, klopft die FPÖ immer lauter an die Tür des Landhauses. Aus dem einstigen uneinholbaren Vorsprung könnte plötzlich ein echtes Duell werden. „35 zu 30 klingt noch nach schwarzer Dominanz. 32 zu 32 wäre hingegen politischer Ausnahmezustand“, bringt es ein politischer Beobachter auf den Punkt.

Damit stellt sich für die ÖVP die unangenehme Frage, ob das viel zitierte „Sieger-Gen“ tatsächlich noch irgendwo in der Parteispirale steckt – oder ob davon in der niederösterreichischen „ÖVP-DNA“ mittlerweile jegliche Spur fehlt.

Noch tobt der Wahlkampf nicht. Noch ist viel Zeit. Doch eines ist bereits jetzt klar: Gemütlich wird es für Mikl-Leitner und ihre Volkspartei bis zum nächsten Urnengang ganz bestimmt nicht.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Niederösterreich
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung