Es klingt fast nach einem Schildbürgerstreich: In Tirol bleiben die Betreiber privater Helikopter bei Löscheinsätzen auf einem Teil ihrer Kosten sitzen, denn der Staat will nicht zahlen. Die Brandbekämpfung leidet darunter massiv, die Schadenskosten explodieren.
Nicht nur Tirol erlebt derzeit einen „Sommer der Waldbrände“. Wegen der Trockenheit waren die Einsatzkräfte fast in allen Landesteilen gefordert – am Boden und in der Luft. Es entstanden enorme Schäden, und die Waldbrandgefahr ist noch nicht vorbei.
Doch die Einsätze aus der Luft mit Hubschraubern hätten besser laufen können – konkret mit mehr Helikoptern. Denn einige private Hubschrauberbetreiber boten ihre Dienste nicht an.
Bund übernimmt nur Teil der Kosten
Der Hintergrund: Seit 2024 gibt es eine bundeseinheitliche Regelung für Waldbrandbekämpfungskosten gemäß Forstgesetz. Die Regelung sieht vor, dass Leistungserbringer direkt mit dem Bundesministerium abzurechnen haben. Der Haken daran: Der Bund übernimmt – im schlimmsten Fall – nur 66 Prozent der anfallenden Kosten, nie aber sämtliche Ausgaben.
„Ich sehe nicht ein, dass ...“
„Unsere Superpuma wäre zuletzt in Obergurgl für Einsätze bereitgestanden“, schildert Roy Knaus, Chef der Heli Austria, die weltweit erfolgreich in der Waldbrandbekämpfung tätig ist und die Einsätze im Ausland überall voll vergütet bekommt. „Ich sehe nicht ein, dass ich 100 Prozent der Lohnkosten zahle, jedoch insgesamt nur 66 Prozent vergütet bekomme“, so Knaus unmissverständlich.
„Je mehr Löschqualität man schon am Beginn zur Verfügung hat, desto schneller sind solche Brände gelöscht“, betont er und verweist auf den Waldbrand in Wildermieming im Juli, der drei Tage lange gewütet hat.
Land setzte sich für Hubschrauberbetreiber ein
Das Land Tirol will offensichtlich in Sachen Finanzierung nicht für den Bund in die Bresche springen. Sicherheitslandesrätin Astrid Mair (ÖVP) kennt die Thematik jedenfalls. Sie habe sich beim zuständigen Bundesministerium mehrmals dafür eingesetzt, dass die anfallenden Kosten der Hubschrauberbetreiber vom Bund auch übernommen werden, heißt es auf Anfrage der „Tiroler Krone“.
Die Leistungen der Helibetreiber sind voll abzugelten. Das habe ich dem Forstwirtschaftsministerium auch klar und deutlich mitgeteilt.

LR Astrid Mair, VP
Bild: Christof Birbaumer
„Gerade der heurige Sommer hat gezeigt, wie wichtig eine rasche und effektive Waldbrandbekämpfung ist, um Waldbrände schnellstmöglich zu löschen“, betont Mair.
Waldbrände richten noch nie da gewesene Schäden an, die effektivsten Löschhubschrauber bleiben aber am Boden. Zweiteres darf niemanden verwundern: Wenn der Staat einen Teil der Kosten für Löscheinsätze Privatfirmen „übertragen“ will, winken diese dankend ab – völlig zu Recht!
Für den Bund könnte – vorübergehend – das Land einspringen, um Brände möglichst rasch zu bekämpfen. Tut es aber nicht.
Laut Adam Riese entstehen am Ende noch höhere Kosten für alle. Schilda lässt grüßen.
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