Früht übt sich

Elfjähriger griff Nutzerdaten mit eigener Software ab

Web
13.02.2013 13:47
Früh übt sich. Das gilt offenbar auch immer öfter für das Schreiben von schädlichem Programmcode. Der Sicherheitsanbieter AVG konnte jetzt einen gerade einmal elf Jahre alten Buben aus Kanada als Urheber einer Software identifizieren, mit deren Hilfe Nutzer eines Online-Spiels ihrer Daten beraubt werden sollten.

Wie AVG in seinem aktuellen "Threat Report" für das vierte Quartal 2012 berichtet, werden die Urheber von Schadsoftware immer jünger. Kinder von heute hätten leichten Zugang zum Internet und die meisten Haushalte verfügten inzwischen über einen Computer, weshalb ihre EDV-Kenntnisse jene früherer Generationen bei Weitem übertreffe, schreibt der Sicherheitsanbieter. Doch mit steigendem Können wachse auch die Neigung, damit Unheil zu stiften.

Als Beispiel führt das Unternehmen den Fall eines elfjährigen Schülers aus Kanada an, der mittels einer selbst geschriebenen Software auf Nutzerdatenfang gehen wollte. Das kleine Tool namens "Runescape Gold Hack" versprach Spielern des Online-Rollenspiels "Runescape" frisches virtuelles Spielgeld. Anstatt die Kassen jedoch mit Gold zu füllen, griff die Software Nutzernamen sowie Passwörter der Spieler ab und mailte diese nach "Hause".

So kam AVG dem Elfjährigen schließlich auch auf die Schliche: "Der Malware-Autor hatte in dem Code der Software seine private E-Mail-Adresse samt dazugehörigem Passwort sowie zusätzliche Informationen versteckt. Ein erfahrener Hacker hätte dies niemals getan", verriet AVG-Mitarbeiter Yuval Ben-Itzhak der britischen BBC

Was aus dem Buben wurde und welche Konsequenzen ihm drohen, geht aus dem Report nicht hervor. Zumeist, so AVG, ginge es den jungen Tätern nicht um Geld, sondern vielmehr um den Nervenkitzel. Oftmals herrsche unter Freunden auch ein Wettbewerb, wer über die besseren Computerfähigkeiten verfüge. Nutzerdaten abzugreifen sei jedoch kein Kinderspiel, warnt der Sicherheitsanbieter und plädiert daher nun dafür, Schülern nicht nur das Programmieren, sondern auch Ethos beizubringen.

Im Fall des Elfjährigen hätte der Schuss laut AVG auch nach hinten losgehen können: Findigere Köpfe hätten mithilfe der im Programmcode preisgegeben privaten Informationen aus Rache den E-Mail- oder Facebook-Zugang des Buben sperren oder gleich ganz dessen Identität stehlen können, um unter falschem Namen Missbrauch zu treiben.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Web
13.02.2013 13:47
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt