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Blog zeigt die Schattenseiten der Facebook-Suche

Web
24.01.2013 11:13
In den USA hat Facebook seine neue Suchfunktion "Graph Search" für einen Teil der User bereits freigeschaltet – und damit Tür und Tor für bizarre Suchanfragen à la "Freunde von mir, die verheiratet sind und Prostituierte mögen" geöffnet. Ein neuer Blog zeigt, für welche Suchanfragen "Graph Search" genutzt werden kann – und dass selbst bei den verrücktesten Anfragen noch Ergebnisse ausspuckt werden. Der Blog macht aber auch deutlich, dass man sich als Facebook-User künftig zweimal überlegen sollte, wo man auf "Gefällt mir" klickt.

"Frauen, die Single sind, in der Nähe wohnen und sich gerne betrinken" – das ist nur eine der Suchanfragen, die durch "Graph Search" möglich werden. In den USA hat Facebook die Suchfunktion dem IT-Portal "CNET" zufolge bereits einem Teil der User zugänglich macht, bis sie auch in Österreich verfügbar ist, dürfte es noch einige Zeit dauern. Der Blog "Actual Facebook Graph Searches" zeigt aber schon jetzt, was die Facebook-Community erwartet.

Blog sammelt skurrile, aber erfolgreiche Facebook-Suchen
Der Blog von Tom Scott sammelt skurrile Facebook-Suchanfragen, die tatsächlich zu einem Ergebnis geführt haben. Dazu zählen "verheiratete Freunde, die Prostituierte mögen" ebenso wie "Mütter italienischer Katholiken, die Durex mögen". In beiden Fällen liefert das soziale Netzwerk einen reichhaltigen Fundus von Personen, die tatsächlich auf die in die Suchmaske eingegebene Beschreibung passen.

Dabei seien vor allem die Facebook-Nutzer selbst dafür verantwortlich, dass sie bei solchen und ähnlichen Fragen gefunden werden. "Facebook hat ja gute Privatsphäre-Einstellungen. Aber es gibt viele, viele Leute, die nicht wissen, wie man sie benutzt", so Scott. Und so kommt es, dass unbedachte und vor Jahren gemachte "Gefällt mir"-Angaben, die womöglich gar nicht mehr aktuell sind, mit persönlichen Eigenschaften verknüpft und in der Suche berücksichtigt werden.

Gedankenloses "Gefällt mir" kann ernste Konsequenzen haben
Das kann in harmlosen Fällen lustig sein, in Härtefällen aber zu ernsthaften Konsequenzen führen. Zum Beispiel, wenn man ein Faible für verpönte oder gar strafbare Handlungen hat und die Dreistigkeit besitzt, dies öffentlich auf Facebook zu verkünden. Der US-Technikblog "Gizmodo" jedenfalls hatte keine Probleme damit, "Personen, die Vergewaltigen mögen" über die Facebook-Suche zu finden.

Ebenfalls problemlos auf Basis öffentlicher "Gefällt mir"-Angaben zu finden: "Personen, die den Ku Klux Klan mögen" und "Leute, die Sexismus mögen". Die Beispiele zeigen: Einmal gemachte öffentliche "Gefällt mir"-Angaben werden unumgänglich in der Graph Search berücksichtigt und vermögen den Online-Ruf zu ruinieren, auch wenn es sich womöglich nur um einen Insider-Spaß unter Freunden gehandelt hat.

Bester Schutz vor Such-Fiasko: der Hausverstand
Davor, selbst eines Tages der Star einer skurrilen "Graph Search" zu werden, schützt man sich am besten mittels Hausverstand. Wer vor dem Anklicken eines "Gefällt mir"-Buttons hinterfragt, ob dies unbedingt notwendig ist, und seine Privatsphäre-Einstellungen mit Bedacht wählt, der wird auch nicht auf Blogs wie "Actual Facebook Graph Searches" aufscheinen. 

Wer auf Nummer sicher gehen will, überprüft am besten noch vor dem Europa-Start von "Graph Search", welche öffentlichen "Gefällt mir"-Angaben er gemacht hat – und entfernt sicherheitshalber öffentlich einsehbare Interessen, die einen falschen Eindruck erwecken könnten.

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