Mi, 15. August 2018

Rekord-Vergleich

28.12.2012 09:44

So verteilt Toyota 1,1 Milliarden Dollar an US-Kunden

Mit einer Milliardenzahlung in den USA will der japanische Autobauer Toyota einen juristischen Schlussstrich unter seine größte Rückrufserie setzen. Der Konzern schloss einen der teuersten Vergleiche in der Branche und schafft sich damit einen ganzen Batzen von Klagen verärgerter Kunden vom Hals.

Toyota kündigte an, dazu 1,1 Milliarden Dollar (rund 850 Millionen Euro) bereitzustellen. Die Anwaltskanzlei Hagens Berman, die die Fahrzeugeigentümer vertritt, bezifferte das Abkommen sogar auf 1,2 bis 1,4 Milliarden Dollar. Sie sprach von einem "Meilenstein, wenn nicht sogar einem Rekord" bei einer Sammelklage in der US-Automobilbranche.

Fahrer hatten sich über klemmende Gaspedale und rutschende Fußmatten beklagt, die zu plötzlichen, unbeabsichtigten Beschleunigungen geführt hätten. Die Vereinbarung betrifft 16 Millionen Toyota-, Lexus- und Scion-Modelle aus den Jahren 1998 bis 2010, wie aus den Gerichtsakten hervorgeht. Damit würden die meisten Prozesse in dieser Angelegenheit beigelegt, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person.

Toyota hatte zwischen 2009 und 2011 mehr als zehn Millionen Fahrzeuge wegen klemmender Gaspedale und rutschender Fußmatten in die Werkstätten zurückgerufen. Die Probleme hatten mit dazu beigetragen, dass der Konzern die Weltmarktführung an die Opel-Mutter General Motors abgeben musste. Nach nur einem Jahr hat sich Toyota aber dank starker Zuwächse in den USA auf dem Thron zurückgemeldet.

So wird das Geld verteilt
Der Vergleich, dem noch ein kalifornischer Bundesrichter zustimmen muss, sieht direkte Zahlungen an Kunden wie auch die Installation von Brems-Überbrückungssystemen bei mehr als 2,7 Millionen Wagen vor. Zudem wird ein Fonds in Höhe von 250 Millionen Dollar für ehemalige Toyota-Besitzer eingerichtet, die ihre Autos wegen des Imageschadens nur zu reduzierten Preisen verkaufen konnten. Ein weiterer Fonds in gleicher Höhe soll Fahrern zugutekommen, bei denen das Überbrückungssystem nicht eingebaut werden kann.

Mit dem Vergleich räumt die Nummer drei auf dem US-Automarkt keine Schuld ein. Das Management verwies darauf, dass mehrere unabhängige Untersuchungen die Sicherheit der Kontrollsysteme bestätigt hätten. Forderungen aus Verletzungen oder Todesfällen seien in der Vereinbarung allerdings nicht eingeschlossen. Eine Klage wegen des Todes einer Familie war außergerichtlich beigelegt worden.

Positive Reaktion an den Börsen
Toyota-Aktien legten am Donnerstag um fast drei Prozent zu. Mit dem Vergleich werde ein Unsicherheitsfaktor für den Konzern ausgeräumt, argumentierten Analysten. Angesichts seiner Absatzzahlen und der Gewinne könne der Autobauer die Summe zudem leicht stemmen.

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