Facebook-Party in NL

Facebook: “Keine Verantwortung für Krawalle”

Web
24.09.2012 14:41
Nach den schweren Ausschreitungen bei einer Facebook-Party am Wochenende im niederländischen Haren hat das soziale Netzwerk am Montag sein Bedauern über die Krawalle geäußert. Zugleich wies eine Facebook-Sprecherin gegenüber der Nachrichtenagentur ANP eine Mitverantwortung von sich. Die Krawalle gingen auf die Einladung eines Mädchens zu seiner Geburtstagsparty zurück, das vergessen hatte, die Angaben als "privat" zu markieren. So eine Kennzeichnung sei nicht schwierig, sagte die Sprecherin. "Darauf können die Nutzer auch selbst achten." Pläne für strengere Kontrollen gebe es nicht.

Die 16-Jährige hatte eigentlich nur wenige Freunde zu ihrer Feier am Freitagabend einladen wollen, dabei aber vergessen, das Fest als privat zu kennzeichnen. Rund 20.000 Menschen meldeten sich daraufhin an. Unter den Jugendlichen, die ungebeten in Haren auftauchten, trugen einige T-Shirts mit der Aufschrift "Project X Haren" – eine Anspielung an den US-Film "Project X", in dem ein von drei Jugendlichen organisierter Abend ausartet.

Gegen 21.00 Uhr schlug die zunächst friedliche Stimmung um. Hunderte alkoholisierte Jugendliche versuchten, in die zuvor abgesperrte Straße vorzudringen, in der das Mädchen wohnt. Die Krawallmacher warfen Steine, Flaschen, Fahrräder, Blumentöpfe und Rauchbomben in Richtung Polizei. Später zerstörten sie im Zentrum der Stadt abgestellte Autos, Gartenzäune, Laternen und Verkehrsschilder. Außerdem plünderten sie Geschäfte, darunter einen Supermarkt. Die Straßen waren mit Glassplittern übersät. Überall lagen leere Flaschen und Dosen. 

Die traurige Bilanz des Abends: Mehr als 30 Menschen wurden verhaftet, 29 weitere verletzt, darunter drei Polizisten.

"Unruhen, Zerstörungen, Plünderungen, Feuer und Verletzte"
Ein "unschuldiger Aufruf zum Feiern" auf Facebook habe "Unruhen, Zerstörungen, Plünderungen, Feuer und Verletzte" verursacht, sagte der Bürgermeister von Haren, Rob Bats, bei einer Pressekonferenz. Laut dem örtlichen Polizeichef sei ein harter Kern von "Ganoven" während der Krawalle "besonders gewalttätig und gut organisiert" aufgetreten und habe die "Konfrontation" mit den 500 Polizisten gesucht. Die Stadt selbst hatte sich auf das Schlimmste vorbereitet und verschiedene Maßnahmen ergriffen: Die Straße im Zentrum von Haren wurde abgeriegelt, das Geburtstagskind außer Haus gebracht und der Konsum von Alkohol in der Umgebung untersagt.

Täter sollen für Millionenschaden aufkommen
Der niederländische Justizminister Ivo Opstelten kündigte ein hartes Vorgehen gegen die Randalierer an. "Die Täter werden vor Gericht gestellt, bestraft und müssen für die Schäden aufkommen", sagte er. Ein derartiges Verhalten könne "nicht geduldet" werden. Der niederländische Versicherungsverband Verbond van Verzekeraars schätzte die Höhe der entstandenen Schäden auf mindestens eine Million Euro. Die Versicherungen wollten alles tun, damit die Urheber der Schäden sich an den Zahlungen beteiligten müssten.

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