Gefahr unter der Erde

Frankreichs Feuerwehr kämpft gegen „Zombiefeuer“

Ausland
30.07.2026 17:09
Porträt von krone.at
Von krone.at

84.000 Menschen können in Frankreich wieder in ihre Häuser zurückkehren, da sich die Waldbrandlage spürbar entspannt hat. Allerdings müssen sie für eine mögliche erneute Evakuierung vorbereitet bleiben. Unter der Erde schwelen Brandherde, die ohne Vorwarnung wieder aufflammen können.

Das kann teils kilometerweit weg und noch Wochen oder Monate nach dem eigentlichen Waldbrand passieren. Der trockene Torfboden bei Bordeaux ist besonders anfällig für sogenannte „Zombiefeuer“.  Die Torfschicht am Waldboden besteht nämlich aus Pflanzenteilen, die sich über die Jahre langsam zersetzen, und somit ein ideales Brennmaterial für die schwelende Glut sind. Sichere Anzeichen für „Zombiefeuer“ sind glimmende Wurzeln oder Rauchwolken, die scheinbar aus dem Nichts aufsteigen.

„Das Feuer ist überall, es schwelt. Es wird mindestens Wochen, wenn nicht Monate dauern, bis wir es schaffen, es vollständig zu löschen. Wir müssen das gesamte Gebiet genau überwachen“, sagte Feuerwehrmann Cyril Venière. Das Gebiet eines Waldbrands in der gleichen Region 2022 werde immer noch überwacht. Zwei Jahre lang hätten Feuerwehrleute immer wieder Reste des Feuers entdeckt. Auch damals hätten „Zombiefeuer“ viele Probleme bereitet, sagte Kommandant des Feuer- und Rettungsdienstes in der Gironde, Matthieu Jomain. „Sie tauchen hier und dort auf, ohne unbedingt einem Muster zu folgen.“ Feuerwehrleute hätten Stück für Stück Asche und Erde abgetragen, um Brandherde tief in der Erde zu finden.

Feuerwehrmann im Südwesten Frankreichs
Feuerwehrmann im Südwesten Frankreichs(Bild: AP/Emma Da Silva)
Zerstörung nach dem Waldbrand in Le Porge
Zerstörung nach dem Waldbrand in Le Porge(Bild: EPA/Sophie Garcia)
Auch Spanien ist derzeit besonders von Waldbränden betroffen.
Auch Spanien ist derzeit besonders von Waldbränden betroffen.(Bild: AFP/JAVIER SORIANO)

Großbrand wohl in den nächsten Tagen gelöscht
Der aktuelle Großbrand bei Bordeaux dürfte wohl in den kommenden Tagen gelöscht sein. Die Flammen haben 42.000 Hektar Torfwald und Dünenlandschaften verwüstet. Derzeit konzentriert sich die Feuerwehr auf die verbleibenden Brandherde und rund 240 Kilometer am Waldrand, die abgesichert werden müssen. Regenfälle erleichtern die Löscharbeiten. Um die Überwachung der verbrannten Fläche kümmern sich ungefähr 2500 freiwillige Helferinnen und Helfer der Organisation zum Schutz der Wälder vor Bränden (DFCI). Der Vorsitzende Bruno Lafon rechnet damit, dass sich die Lage erst mit dem Regen im Winter beruhige. Die „Zombiefeuer“ unter der Erde würden „uns Angst machen“.

In Spanien halten die Feuerwehren am Donnerstag drei neue Waldbrände im Nordwesten in Atem. Etwa 1300 Menschen sind betroffen. Im Großraum Madrid gab es hingegen kaum noch „aktive Fronten“ im Kampf gegen die Flammen. Ein weiteres Feuer wurde stabilisiert. Nach den jüngsten Erfolgen hob Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez den nationalen Notstand wieder auf. In der am meisten betroffenen Provinz Ávila wurden 50.000 Hektar verwüstet, das entspricht ungefähr der Größe des Bodensees.

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