Ausgelöst wurden die Ermittlungen durch einen groß angelegten Angriff auf die Website der deutschen Musikverwertungsgesellschaft Gema am 17. Dezember 2011, berichtet "Spiegel Online".
Ein User namens AnonLulz - eine Mischung aus Anonymous und LulzSec, einer weiteren Hackergruppierung - hatte in einem Chat zum Angriff aufgerufen. AnonLulz brachte einen Link auf ein kleines Script in Umlauf, das die Gema-Website mit Anfragen überfordern sollte, sodass die Server zusammenbrechen.
Geld- und Haftstrafe möglich
Am Abend des 17. Dezember wurde der Plan in die Tat umgesetzt. Die Gema-Website konnte zwar nicht komplett lahmgelegt werden, wurde aber verlangsamt. Wer dabei durch den Klick auf das Script geholfen hat, gegen den wird wegen Computersabotage ermittelt. Es droht eine mehrjährige Haftstrafe oder eine Geldstrafe.
Vor allem Teenies - Familien ahnungslos
Seit Dezember hatten die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt und das Bundeskriminalamt ermittelt, nun kam es zu Hausdurchsuchungen und Beschlagnahmungen. Es handelt sich nach ersten Erkenntnissen vor allem um Jugendliche und Heranwachsende, was in vielen Familien für ernste Diskussionen und "massiven Stress mit den Eltern" gesorgt habe, so "Spiegel Online".
Vermutlich vor allem Mitläufer erwischt
Es dürfte sich vor allem um Mitläufer handeln, die technisch nicht versiert genug waren, ihre Spuren zu verwischen. Verschiedenen Blogs zufolge dürften die Hausdurchsuchungen die meisten Beschuldigten vollkommen unerwartet erwischt haben. Der deutsche Anonymous-Ableger AnonGermany twitterte, es seien "Unschuldige geraidet worden".
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