Spitzensport

Der letzte Tanz ein Highlight –aber was folgt?

Sport-Mix
21.04.2026 13:11
Porträt von Sophie Hartl
Von Sophie Hartl

Der Moment kommt schneller, als viele glauben. Ein letzter Wettkampf, ein letztes Spiel, ein letzter Sprung ins kalte Wasser und plötzlich ist schluss. Was danach folgt, ist für viele Leistungssportler weniger klar als jede Taktik: Wie geht es nach dem Sport weiter?

Der Leistungssport gleicht einer Fahrt durch den Tunnel, alles ist auf ein konkretes Ziel gerichtet. Um endlich die langersehnte Medaille in den Händen halten zu dürfen, opfern viele Sportler ihre gesamte Jugend und ihr frühes Erwachsenenalter dem Sport. Akademische Ausbildung, Berufserfahrung oder Netzwerke außerhalb der Sportszene bleiben häufig auf der Strecke. Die Frage, was man die nächsten 30 Jahre seines Berufsleben machen soll schlägt häufig überraschender ein als ein Blitz.

Basketball-Nachwuchstalent und ihre Mentorin Michaela Dorfmeister.
Basketball-Nachwuchstalent und ihre Mentorin Michaela Dorfmeister.(Bild: Clemens Bayer)

Genau dieser Unsicherheit widmeten sich bei einem Podiumsgespräch die Ski-Ikone Michaela Dorfmeister, Paralympics-Schwimmer und Moderator Andreas Onea, der ehemalige Eishockey-Profi Dominique Heinrich und Sina Höllerl, die noch am Beginn ihrer Basketball-Karriere steht sowie Vertreter der Wirtschaft. Nach einer langen Debatte in der Currycom Dialog:Area im ersten Wiener Bezirk kamen sie zum Ergebnis, dass jeder, der nicht Heer oder Polizei im Rücken hat, sich besser früher als später Gedanken über den „zweiten Beruf“ machen sollte.

Leichter gesagt als getan
„Das ist absolut keine einfache Sache für uns Spitzensportler. Ich habe ehrlich gesagt, nie darüber nachgedacht. Umso froher bin ich jetzt, dass mich meine Eltern damals gezwungen haben, eine Klasse zu wiederholen“, gesteht Dorfmeister. Die ehemalige Olympiasiegerin arbeitet jetzt als Mentorin der MaxiNutrition Nachwuchsklasse und weiß aus Erfahrung, wie vorsichtig man mit Tipps an Jugendliche umgehen muss. „Ich hätte mir damals so gut wie nichts sagen lassen“, lacht sie.

Die Schattenseiten des Karrierendes
Wie wichtig gutes Coaching und eine Perspektive für danach sind, weiß auch Sabine Pata. Weil sie miterleben musste, was ein Karrierende mit der Psyche eines Sportlers machen kann, hat sie ein eigenes Studienprogramm für Leistungssportler ins Leben gerufen. „Ich habe den Suizid einer Olympiaathletin miterlebt und da habe ich gehandelt. Denn die Leistungen eines Spitzensportlers müssen bei Unternehmen als wertvolle Berufserfahrung anerkannt werden“, erklärt sie. „Ja, die Lebensschule Sport ist wertvoller als jede andere Ausbildung. Du lernst durchhalten, organisieren, Kontakte knüpfen und halten aber vor allem Selbstständigkeit“, bestätigt Onea.

Sabine Pta bietet mit ihrem Unternehmen „Fokus:Zukunft“ den einzigen MBA in Österreich an, den ...
Sabine Pta bietet mit ihrem Unternehmen „Fokus:Zukunft“ den einzigen MBA in Österreich an, den Sportler individuell neben ihrer sportlichen Laufbahn machen können.(Bild: Clemens Bayer)

Der Übergang vom Spitzensport in ein „normales“ Berufsleben ist kein Nebenschauplatz, sondern ein zweiter Karrierebeginn. Es braucht frühzeitige Planung, bessere Betreuung und vor allem ein Umdenken im System, ist die Diskussionsrude überzeugt. „In Amerika ist es viel einfacher, bereits neben dem Karriereaufstieg im Spitzensport zu studieren. Da gibt es spezielle Stipendien und angepasste Stundenpläne“. erklärt Sina Höllerl. Aus diesem Grund verlegt die junge Sportlerin ihren Lebensmittelpunkt nach Amerika. Dort will sie an der Universität of Oklahoma Psychologie studieren, um später einmal als Sportpsychologin zu arbeiten. Nebenbei wird sie weiterhin für das österreichische Basketball-Frauen-Nationalteam im Einsatz sein.

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