Historische Reform

Japan hebt Verbote für Rüstungsindustrie auf

Wirtschaft
21.04.2026 13:37
Porträt von krone.at
Von krone.at

Japan hat am Dienstag die umfassendste Reform seiner Rüstungsexportregeln seit Jahrzehnten vorgestellt und damit den Weg für den Verkauf von Kriegsschiffen und Raketen ins Ausland freigemacht. Abnehmer gibt es offenbar genug. 

Die rechtskonservative Regierung von Premierministerin Sanae Takaichi löst sich damit weiter von den pazifistischen Beschränkungen der Nachkriegszeit. Bisher waren Ausfuhren weitgehend auf Ausrüstung für Rettungs-, Transport- und Überwachungseinsätze sowie die Minenräumung beschränkt.

Künftig sollen Minister und Beamte jeden geplanten Verkauf einzeln prüfen. Zwar bleiben grundsätzliche Verbote für Lieferungen in Konfliktgebiete bestehen, Ausnahmen aus Gründen der nationalen Sicherheit sind der Regierung zufolge jedoch möglich.

Reform soll US-Lücke füllen
Japan reagiert mit der Neuausrichtung auch auf die hohe Auslastung der US-Rüstungsindustrie durch die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten. Zudem suchen Verbündete in Europa und Asien nach neuen Lieferanten, da die langfristigen Sicherheitszusagen Washingtons unter US-Präsident Donald Trump als weniger verlässlich gelten.

Mehrere Länder von Polen bis zu den Philippinen prüfen Insidern zufolge den Kauf japanischer Rüstungsgüter. Eines der ersten Geschäfte könnte der Verkauf von gebrauchten Kriegsschiffen an die Philippinen sein, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Firmen hoffen auf einen Boom
Japan hofft, durch die Exporte seine Rüstungsindustrie zu stärken. Unternehmen wie Mitsubishi Heavy Industries waren jahrzehntelang auf kleine Aufträge der heimischen Streitkräfte angewiesen. Gleichzeitig treibt das Land die eigene Aufrüstung voran, um sich gegen eine mögliche Bedrohung durch das benachbarte China zu wappnen.

Japan setzt einen weiteren Schritt zur Abkehr vom Pazifismus.
Japan setzt einen weiteren Schritt zur Abkehr vom Pazifismus.(Bild: AFP/TED ALJIBE)

Die Regierung in Peking erklärte dagegen, ihre Absichten seien friedlich. Japan hat seine Verteidigungsausgaben in den vergangenen Jahren auf zwei Prozent der Wirtschaftsleistung erhöht.

China kritisierte das Vorgehen Japans am Dienstag umgehend. Die Volksrepublik sei sehr besorgt, sagte Außenamtssprecher Guo Jiakun in Peking. Die Beschleunigung von Japans Remilitarisierung sei ein Fakt. China und die internationale Gemeinschaft würden den „rücksichtslosen Handlungen des neuen japanischen Militarismus“ entschlossen standhalten, sagte er.

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