29.000 Opfer getötet?
500 Banden-Mitglieder in El Salvador vor Gericht
Fast 500 Mitglieder der berüchtigten kriminellen Bande Mara Salvatrucha (MS-13) müssen sich in El Salvador vor Gericht verantworten. Den 486 mutmaßlichen Bandenmitgliedern werden 47.000 in den Jahren 2012 bis 2022 begangene Straftaten zur Last gelegt, darunter 29.000 Tötungsdelikte.
Bei den Angeklagten handle es sich unter anderem um Anführer und Gründungsmitglieder der MS-13. Nach Angaben der Staatsanwälte liegen „reichlich Beweise“ vor, um Höchststrafen gegen die Angeklagten zu verhängen. In dem Massenprozess soll nun über das Schicksal der inhaftierten Angeklagten entschieden werden. Diese können das Verfahren per Videokonferenz aus dem Gefängnis verfolgen.
Festnahmen ohne Haftbefehl möglich
El Salvadors Präsident Nayib Bukele verfolgt einen harten Kurs gegen kriminelle Banden. Im März 2022 hatte er den Ausnahmezustand ausgerufen, damit sind Festnahmen ohne Haftbefehl möglich. Mehr als 90.000 Menschen wurden seither festgenommen. Nach Angaben von Menschenrechtlern starben mehr als 450 Menschen in den Gefängnissen des Landes.
Mordrate in El Salvador sinkt durch harten Kurs
Laut der Regierung von El Salvador sind die Banden MS-13 und Barrio 18 verantwortlich für den Tod von rund 200.000 Menschen in den vergangenen drei Jahrzehnten. Die beiden Banden kontrollierten in der Vergangenheit zeitweise rund 80 Prozent des Landes, El Salvador hatte eine der höchsten Mordraten der Welt. Seit Beginn von Bukeles hartem Kurs ging die Mordrate deutlich zurück.
Menschenrechtsorganisationen werfen den Behörden jedoch Verstöße vor: Zahlreiche Inhaftierte sitzen demnach seit Jahren ohne ordentliches Verfahren in Haft, es gebe Berichte über Folter und mehr als 500 nicht aufgeklärte Todesfälle in Gefängnissen des Landes.










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