Sport-Roadster

Mazda MX-5 kriegt 240 PS – und das vielleicht in Serie

Motor
01.06.2012 09:59
Der Mazda MX-5, seines Zeichens Kultroadster, ist bekannt für großartigen Fahrspaß trotz nicht gerade ausufernder Leistung. Bei Letzterem setzen die Japaner jetzt an – mit einem Leistungs-Kit, der dem Kleinen satte 240 PS verpasst. Leider ist der Roadster in dieser Version nur ein Einzelstück. Aber es gibt begründete Hoffnung auf mehr.

"Yusho", zu Deutsch "Sieg", heißt der schnelle Zweisitzer. Diese besonders radikale Version des Roadsters ist ein Prototyp, aber eine Kleinserie für sportlich orientierte Puristen ohne Wirbelsäulen-Vorschäden scheint möglich.

Kompressor macht's möglich
Der amerikanische Tuning-Spezialist "Flyin`Miata" hat sich den größeren der beiden serienmäßigen Benziner vorgenommen und dessen Leistung von 160 PS aus 2,0 Liter Hubraum mit Hilfe eines Kompressor-Kits auf 240 PS mehr als deutlich gesteigert. Zudem sorgen eine Sportkupplung und eine verkürzte Antriebsübersetzung für noch mehr Dynamik an den Hinterrädern. Um die Kraft in sichere und sportliche Bahnen zu lenken, wurde das Fahrwerk mit Bilstein-Stoßdämpfern, größeren Querstabilisatoren und Sportfedern aufgerüstet. Zudem wurde auf die 17-Zoll-Felgen eine Semi-Slick-Bereifung von Toyo aufgezogen.

Das Ergebnis dieser Anstrengungen überrascht. Der als Serienfahrzeug zwar durchaus sportliche, mit maximal 160 PS aber eher vernünftig motorisierte MX-5 mutiert in dieser Variante zum echten Beißer. Nicht nur die um 80 Pferdestärken gesteigerte absolute Leistung ist dabei entscheidend, sondern die Art, wie der Kompressor dem Motor und damit dem gesamten Fahrzeug Beine macht. Schon auf ein leises streicheln des Gaspedals reagiert der Yusho überaus bereitwillig mit Vortrieb und behält dies bis deutlich über 5.000/min bei. Erst knapp darüber erreicht dieser Mazda mit 288 Nm sein maximales Drehmoment. Den höheren Belastungen wurde mit neuen Einspritzventilen, Kolben und Pleuel Rechnung getragen.

Die Kurvenhatz, das eigentliche Revier des Roadsters, wird in dieser Version von einer entsprechenden Akustik begleitet. Es grollt, dröhnt und brabbelt einfach wunderbar – auch dank der eigens entwickelten Abgasanlage mit Klappensteuerung. 

Optisch kann man den Prototypen an einer speziellen mattweißen Folierung, dem Heckspoiler und dunklen Rädern erkennen. Ob man das Fahrzeug aber jemals auf hiesigen Straßen erleben wird, ist durchaus offen. Mazda überlegt einerseits, die optischen und fahrwerksseitigen Änderungen als Tuning-Kit anzubieten. Den Einbau des Kompressor-Kits müsste jedoch ein eigens dafür ausgebildeter Händler übernehmen. Zu welchen Preisen man den MX-5 so bestellen bzw. einen vorhandenen umbauen lassen könnte steht noch nicht final fest. Das Leistungskit dürfte aber um die 10.000 Euro kosten. 

So oder so ist "Yusho" ein gelungener Schachzug der Japaner, wird der aktuelle MX-5 doch in ein bis zwei Jahren durch eine völlig neue, die dann vierte Generation abgelöst (und auch als Alfa Romeo Spider angeboten). Der radikale Prototyp hält den Roadster im Gespräch und macht die Kundschaft auf den in seiner Klasse konkurrenzlosen MX-5 aufmerksam. Und die merkt dann vielleicht: Für den japanischen Roadster-Spaß reichen die Serienfahrzeuge mit 126 PS oder 160 PS aus. Irgendwie. Muss vielleicht aber nicht.

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