447 Milliarden Euro betrug Österreichs Wirtschaftsleistung im Jahr 2022 - bei optimal ausgebauter Infrastruktur könnte sie um ein Fünftel höher sein, wie eine Modellrechnung des Österreichischen Infrastrukturreports 2024 zeigt, der am Montag im Rahmen des „21. Future Business Austria - Standort- und Infrastruktursymposiums“ präsentiert wurde. Gemeint ist damit vor allem der Ausbau von Breitband-Internet und 5G, von dem vor allem der ländliche Raum profitieren würde.
Von den knapp 94 Milliarden Euro an Produktivitätspotenzial könnten 85 Milliarden Euro durch den Ausbau digitaler Anbindungen gehoben werden, hat das Expertengremium der Initiative Future Business Austria (FBA) errechnet, die den Infrastrukturreport jedes Jahr veröffentlicht. Vier Fünftel der für den Report befragten österreichischen Manager fordern, dass das Ziel bis zum Jahr 2030 eine flächendeckende Breitbandversorgung sein muss. Drei Viertel erwarten sich, dass die Ausbaubedingungen für 5G erleichtert werden.
5G gegen die Landflucht
Als positive Effekte einer flächendeckenden 5G-Infrastruktur erwarten sich die Wirtschaftstreibenden eine Attraktivierung des ländlichen Raumes, einen Ausbau neuer Arbeitsmodelle wie Homeoffice sowie neue Ausbildungsmöglichkeiten und Berufe. Der Landflucht könnte dadurch entgegengewirkt und Unternehmen neu angesiedelt werden.
Der massiven IT-Fachkräftemangel hat sich weiter verschärft: Mehr als die Hälfte der für den Report befragten Manager beklagt, dass ihnen aktuell im eigenen Betrieb IT-Fachleute fehlen. Sie wünschen sich Erleichterungen für das Anwerben ausländischer IT-Kräfte und die Einrichtung einer FH-Ausbildung im Bereich der Künstlichen Intelligenz.
Auch Versorgung im Fokus
Im Fokus des diesjährigen Standort- und Infrastruktursymposiums stehen auch die Sicherung der Versorgung mit Energie, Rohstoffen, Arznei- und Lebensmitteln. Der Report zeigt anhand internationaler Best-Practice-Beispiele aus Finnland und der Schweiz, wie ein integriertes Versorgungssicherheitskonzept für Österreich aussehen könnte.
In punkto Wettbewerbsfähigkeit sehen die Autoren des Reports Österreich im Abwärtstrend und verweisen dabei auch auf das Ranking der Lausanner Wirtschaftshochschule IMD, in dem Österreich seit 2010 von Rang 14 nach und nach auf Rang 24 unter 64 Ländern abgerutscht sei. Das sehen die für den heurigen Report befragten Manager ähnlich: Nur jeder dritte glaubt, dass Österreich im internationalen Vergleich sehr oder eher wettbewerbsfähig ist. 2020 waren es noch 61 Prozent.
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