Do, 13. Dezember 2018

"Stopline"-Bericht

21.03.2012 14:06

30 Prozent weniger Meldungen wegen Kinderpornographie

Nach dem Rekord an Hinweisen an die Meldestelle gegen Kinderpornografie und nationalsozialistische Wiederbetätigung im Internet im Jahr 2010 ist die Zahl im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen, und zwar von 5.021 um rund 30 Prozent auf 3.548 Fälle. Das geht aus dem am Mittwoch in Wien präsentierten Jahresbericht 2011 von "Stopline" hervor.

Der nicht-behördlichen Meldestelle für verbotene Inhalte des Verbands der österreichischen Internet Service Provider zufolge wurden davon 549 Inhalte, also rund 16 Prozent aller Meldungen, als illegal eingestuft. Davon betraf der Großteil (93 Prozent) Kinderpornografie, sieben Prozent entfielen auf NS-Wiederbetätigung.

Ihren Ursprung haben die illegalen Inhalte laut Barbara Schlossbauer, Leiterin der "Stopline", in rund 70 Prozent der Fälle in den USA. Die Juristin führt das auf die gut ausgebaute Infrastruktur in diesem Land zurück. Hinter den USA rangieren die Niederlande (elf Prozent), Deutschland (acht Prozent) und Kanada (drei Prozent). Vermehrt finden sich auch illegale Inhalte auf Hostservern in Japan, Russland und Kasachstan. Nur in einem Fall war 2011 ein österreichischer Provider betroffen. Dessen Inhalte wurden binnen weniger Stunden nach Meldungseingang vom Netz genommen, wie Schlossbauer betonte.

Dass von mehr als 3.500 gemeldeten Fällen "nur" rund 550 tatsächlich illegal sind, liegt laut Schlossbauer daran, dass es sich in der Mehrheit der Fälle "um legale Pornografie" handelt. "Es sind viele nicht illegale Bilder darunter, die nackte Kinder am Strand zeigen, die keinen sexuellen Bezug haben."

Rund 2.600 Fälle bei Polizei gemeldet
Etwas anders sieht es im Hinblick darauf bei der polizeilichen Meldestelle für Kinderpornografie im Bundeskriminalamt aus. Dort gingen im Jahr 2011 2.589 Hinweise auf Kinderpornografie ein, wovon 1.532 als illegal bewertet wurden. "Manche User melden bedenkliche Inhalte lieber an eine private Meldestelle, insgesamt ist das Vertrauen in die Polizei aber doch noch größer", meinte Ermittlungsleiter Harald Gremel.

Pädophile ziehen sich in Foren zurück
Laut Gremel werden immer weniger bedenkliche Webseiten gemeldet, Pädophile ziehen sich vermehrt in geschlossene Foren zurück. "Das macht die Ermittlungen schwieriger", sagte er. Andererseits ist es für den "normalen" Internetuser dadurch nicht mehr so leicht, auf illegale Inhalte zu stoßen. Was die Inhalte angeht, meinte der Ermittler: "Wir sind an einem Punkt angelangt, wo es kaum noch schlimmer geht." Die Opfer werden immer jünger, die Taten zunehmend brutaler.

Strafbarkeit versus Meinungsfreiheit
Was nationalsozialistische Wiederbetätigung angeht, sei vor allem die Strafbarkeit der Inhalte im jeweiligen Land ein Problem. In Österreich ist die Leugnung von NS-Verbrechen genauso unter Strafe gestellt wie die Verbreitung und Verherrlichung von nationalsozialistischem Gedankengut. In anderen Ländern - etwa in Großbritannien und den USA - fallen derartige Aktivitäten zum Teil unter das Recht auf Meinungsfreiheit.

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