Endlich herrscht Klarheit! Roberto Mancini wird neuer Trainer der italienischen Fußball-Nationalmannschaft. Nach wochenlangem Chaos hat der Verband die Entscheidung am Dienstag verkündet.
Die Bestellung von Mancini teilte der Präsident des italienischen Fußballverbands, Giovanni Malago, am Dienstag in Rom mit. Der Fußball-Lehrer war zuletzt drei Jahre lang in Saudi-Arabien und Katar als Trainer aktiv. Jetzt kehrt der 61-Jährige in seine Heimat zurück und wird dort erneut Nationaltrainer.
Bereits von 2018 bis 2023 hatte Mancini das Amt inne und führte die „Azzurri“ 2021 zum EM-Titel. Allerdings schaffte es das stolze Fußballland auch unter seiner Ägide nicht zu einer Fußball-WM!
Das Chaos war perfekt!
Das soll sich künftig wieder ändern. Mancini wird zugetraut, dass er Italien wieder in glorreichere Fußball-Zeiten führen kann. Das ist auch bitter nötig. Immerhin wurde nicht nur zuletzt zum dritten Mal in Folge die Qualifikation für eine WM verpasst, auch innerhalb des Verbands herrschte in den vergangenen Wochen großes Chaos.
Der Posten des „Commissario Tecnico“ war bereits seit Anfang April vakant. Damals musste der bisherige Nationalcoach Gennaro Gattuso zurücktreten, nachdem der vierfache Weltmeister in der WM-Qualifikation an Bosnien-Herzegowina gescheitert war. Die intensive Suche nach einem Nachfolger begann dann vor einigen Wochen. In den vergangenen Tagen entwickelte sich die Angelegenheit jedoch zum Chaos.
Ranieri Kandidat für Amt als Technischer Direktor
Erst am Dienstag wies Giorgio Chiellini Spekulationen über einen Wechsel zum italienischen Verband als Technischer Direktor zurück. „Ich möchte klarstellen, dass ich mit meiner Rolle bei Juventus glücklich bin“, sagte der frühere Nationalspieler. Der studierte Wirtschaftswissenschaftler arbeitet als Manager bei seinem früheren Verein Juventus Turin. An der Seite Mancinis soll nun der frühere Trainer der AS Roma, Claudio Ranieri (74), neuer Technischer Direktor werden.
Das Bemühen um Starcoach Pep Guardiola war davor ebenso ins Leere gelaufen wie jenes um Carlo Ancelotti (Brasilien). Die Alternative Andrea Pirlo wurde wegen der Zusammenarbeit des früheren WM-Siegers mit einem russischen Wettanbieter verworfen. Infolge des Scheiterns des Engagements von Pirlo traten wiederum die erst vor gut zwei Wochen verpflichteten Sportdirektoren Paolo Maldini und Leonardo zurück.
Verbandschef im Kreuzfeuer der Kritik
Der ebenfalls erst seit gut einem Monat amtierende Verbandspräsident Malago ist mittlerweile ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. „Italien muss neu gegründet werden“, kommentierte die Gazzetta dello Sport das Geschehen. Begleitet wurde die Trainersuche von einem öffentlichen Schlagabtausch zwischen Sportminister Andrea Abodi und Malago. Abodi bescheinigte dem Verbandschef, dieser gebe eine „unschöne Figur“ ab. Malago konterte, nicht jeder könne über Fehler anderer urteilen.
Mancini war bereits Nationaltrainer von 2018 bis 2023. Sein Ruf in der Heimat leidet allerdings bis heute darunter, dass er sich vor drei Jahren trotz bestehenden Vertrages plötzlich als Nationaltrainer nach Saudi-Arabien verabschiedete – angeblich mit einem Vierjahresvertrag für 25 Millionen Euro pro Saison. Er blieb jedoch nur etwas mehr als ein Jahr. Dann wechselte er nach Katar zum Verein Al-Sadd.
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