10.01.2012 12:47 |

NAIAS 2012

Sportler und Hinschauer auf der Detroiter Messe

Obwohl in den meisten US-Bundesstaaten ein relativ rigides Tempolimit herrscht, sind Sportwagen in den USA nach wie vor beliebt. Auf der Detroit Auto Show gibt es einige interessante Neuheiten zu bewundern, die jedoch überwiegend aus Europa oder Japan stammen. Und auch sonst gibt es jede Menge Hinschauer.

BMW lässt bei den Weltpremieren auf der North American International Auto Show seiner Tochter MINI den Vortritt. Der 3,73 Meter lange MINI Roadster kommt mit kurzer Front und ebenso kurzem Heck sowie einem kuppelförmigem Stoffdach. Dank des Verzichts auf die Rückbank steht ein Kofferraumvolumen von 240 Liter zur Verfügung – fast doppelt so viel wie beim MINI Cabrio. Zum Sportler machen ihn bis zu 211 PS.

Bentley will seinen Motoren die rauen Trinksitten abgewöhnen. Continental GT und GTC sollen dank Zylinderabschaltung im neuentwickelten V8 und neuem Automatikgetriebe 40 Prozent weniger Kraftstoff benötigen als bisher. Der 4,0-Liter-V8-Motor mit Doppelturboaufladung leistet 507 PS und liefert ein maximales Drehmoment von 660 Nm.

Studien und Muscle Cars bei Chevy
Als heimische Marke zeigt Chevrolet gleich zwei frische Studien. Wenn die Kundenreaktionen positiv ausfallen, denkt Chevy über einen Serienstart nach. Die Studie Code 130 R ist eine Hommage an die Muscle Cars der 70er-Jahre. Kennzeichen sind die bullige Front und das schnörkellose Profil im Drei-Box-Design. Eher modern und muskulös gestaltet tritt die Studie Tru 140S auf.

Bei Ford steht zwar die Limousine Fusion im Mittelpunkt, die auch in leicht geänderter Form nächstes Jahr als Mondeo nach Europa kommen wird. Doch bei den Fans beliebt und umzingelt sind die verschiedenen Varianten des Ford Mustang, wie der GT 350 und der GT 500 Shelby. Auf dem Stand von Caroll Shelby blickt der GT 500 Super Snake mit 750 PS unter der Haube recht böse drein und zieht die Zuschauer damit in seinen Bann.

Next German Convertible
Den meisten Zuspruch erhält ebenfalls ein Klassiker - der Mercedes SL. Die aktuelle Generation wird in Detroit erstmals enthüllt. Dank Alu-Karosserie ist der luxuriöse Zweisitzer deutlich leichter und sparsamer als sein Vorgänger. Der V8-Benziner kommt nun mit 4,7 statt 5,5 Liter Hubraum aus, ist dank Biturbo-Aufladung gleichzeitig aber deutlich kräftiger geworden. Das Triebwerk leistet 435 PS und entwickelt ein maximales Drehmoment von 530 Nm.

Porsche zeigt den 911 als Carrera Cabrio, ein weiterer Höhepunkt aus Deutschland. Die Silhouette des Coupés bleibt erhalten. Möglich wird das durch eine neue Verdeckkonstruktion, die erstmals auf Magnesium setzt. Durch den stabilen Leichtbau lässt sich das Dach innerhalb von 13 Sekunden öffnen oder schließen. Das neue Cabrio wird in der Basis von einem 3,4-Liter-Boxer mit 350 PS in Kombination mit einem manuellen Siebengang-Getriebe angeboten. Der offene Carrera S hat 3,8 Liter Hubraum und leistet 400 PS.

Der Dumping-Sportler
Einige Tausener billiger macht es Hyundai mit dem Genesis Coupé, wobei der neue 3,8-Liter-V6 mit 350 PS leistungsmäßig zum Carrera aufschließen kann, aber nur einen Bruchteil kostet. Die Kraft wird mittels einer Achtgang-Automatik an die Hinterachse übertragen. Im Vergleich zum 2,0-Liter-Turbo mit 275 PS ist der V6 unter anderem an einer geänderten Front mit einem großen Grill zu erkennen.

Sportlich gibt sich auch Honda. Die Japaner sind traditionell stark auf dem amerikanischen Markt und zeigen nicht nur ein Konzept des nächsten Accord-Coupés, sondern auch die Studie einer Neuauflage ihres Supersportlers NSX, der in den USA allerdings unter der Nobelmarke Acura erscheinen wird. Nur wann der in Ohio gefertigte Bolide auf den Markt kommen soll, steht noch in den Sternen. Nach wie vor treibt ein V6-Benziner als Mittelmotor die Hinterachse an. Zusätzlich sind jetzt aber auch zwei Elektromotoren dabei, deren Kraft an die Vorderräder weitergeleitet wird. Spektakulär ist die Optik des rassigen Zweisitzers, der beim Design der Fronthaube an den Audi R8 erinnert.

Lexus zeigt seine Interpretation eines Sportwagens unterhalb des LF-A. Die LF-LC genannte Studie lehnt sich formal an den Supersportler an, bietet aber anders als dieser auch hinten Platz für zwei Passagiere, wenn auch nur für Kinder. Ebenfalls unterschiedlich fällt das Antriebssystem aus. Während der LF-A als Front-Mittelmotorcoupé von einem rennsporttauglichen Zehnzylinder angetrieben wird, setzt Lexus bei der Studie auf Hybridantrieb. Der 3,5-Liter V6 leistet dort in Kombination mit einem E-Motor insgesamt 343 PS.

Erstmals auf dem amerikanischen Markt stellt Subaru den neuen Sportler BRZ vor. Entwickelt wurde der Zweisitzer gemeinsam mit dem Kooperationspartner Toyota, Subaru steuert vor allem den neuen 2,0-Liter-Boxermotor bei, der 200 PS leistet und ein maximales Drehmoment von 205 Nm bei 6.600/min erzeugt. Seine Kraft wird mittels eines manuellen Sechsganggetriebes auf die Hinterräder übertragen, optional steht eine Sechsgang-Automatik zur Verfügung.

Für ein Zungenschnalzen sorgt auch der neueste Wurf der amerikanischen Manufaktur Falcon. Der F7 genannte Supersportwagen hat ein Aluminium-Chassis mit Karbonhaut und soll nur 1.260 kg wiegen. In Verbindung mit dem 620 PS starken V8 Motor kommen dann Fahrleistungen zustande, die man auf öffentlichen amerikanischen Straßen nie voll ausreizen kann. Schade eigentlich.

Als Verführer versteht sich Audis Kompakt-SUV-Studie Q3 Vail. Der mit viel Leder und Aluminium ausgestattete Edel-Allradler soll die amerikanischen Skihaserl von den Pisten des Nobel-Wintersportortes Vail/Colorado und aus den plumpen US-Dickschiffen in den eleganten Ingolstädter locken. Am Heck verraten schon die zwei Endrohre der doppelflutigen Abgasanlage, dass hier viel Kraft drinsteckt. Der 2,5-Liter-Fünfzylinder-Turbomotor hat 314 PS und entwickelt 400 Newtonmeter Drehmoment. In Zusammenarbeit mit dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe gelingt der Sprint von null auf 100 km/h in 5,5 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 262 km/h.

Sonst zeigt Audi den eher unscheinbaren und überarbeiteten S4, der sich vom Vorgänger optisch nicht stark unterscheidet, unter der Haube arbeiten dennoch 333 PS.

Mutig zeigt sich der Kleinstwagenhersteller Smart. Hier, im Land der Riesen-Pick-Ups, präsentiert die Daimler-Tochter ein gelb-grau-weißes Pick-upchen mit einer 90 Zentimeter langen Ladefläche. "Hier passt ja nicht einmal ein anständiger Rasenmäher drauf", lästert ein amerikanischer TV-Reporter in seine Kamera. Stimmt, gerade mal zwei demontierte Elektro-Fahrräder fasst die Pritsche. Unter der Haube surrt es in Form eines 55 kW/75 PS starken Strom-Motors.

Hoffen sollte man auf die Serienfertigung der Mazda-Studie des MX-5 Spyder. Die Karosserie wurde tiefergelegt, der bekannte 2,0-Liter-Motor modifiziert. So kann jetzt auch Biosprit getankt werden. Neue Ledersitze begeistern Auge und Rücken, sportliche Fahrer erfreuen sich an der verkürzten Gangschaltung. Das Verdeck sieht zwar aus wie vom Porsche Boxster Spyder gemopst, macht aber nichts, da es auch auf dem Mazda verdammt gut aussieht.

Eine der schönsten Konzept-Studien findet man auf dem traditionell hell weiß leuchtenden Messestand von Volkswagen. Der 85 kW/115 PS starke E-Bugster basiert auf dem Beetle, wird es aber leider nicht in die Showrooms der VW-Händler schaffen, zumindest nicht zum Verkauf. 180 Kilometer Reichweite schafft der zweisitzige Speedster mit dem um neun Zentimeter abgesenkten Dach und vollgeladenen Lithium-Ionen-Akkus.

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