Enthüllungsbericht

„Sehen uns vor Gericht“: FBI-Chef klagt US-Magazin

Medien
21.04.2026 10:01
Porträt von krone.at
Von krone.at

FBI-Direktor Kash Patel hat das US-Magazin „The Atlantic“ und die Journalistin Sarah Fitzpatrick wegen Verleumdung auf 250 Millionen US-Dollar (212 Mio. Euro) Schadenersatz verklagt. Die Vorwürfe reichen von Alkoholexzessen über Inkompetenz bis hin zu paranoiden Episoden. 

Patel wirft dem Magazin demnach vor, einen Artikel mit „falschen und offensichtlich erfundenen Behauptungen“ veröffentlicht zu haben, um seinen Ruf zu zerstören. Das geht aus einer am Montag (Ortszeit) in Washington eingereichten Klage hervor. 

Das Magazin hatte am Freitag berichtet, Patel habe Kollegen mit Phasen übermäßigen Alkoholkonsums und unerklärlichen Abwesenheiten beunruhigt. Dem Bericht zufolge stützte sich das Magazin dabei auf mehr als zwei Dutzend anonyme Quellen.

In der Klageschrift weist Patel die Vorwürfe entschieden zurück. Wörtlich heißt es dort, „Patel trinkt weder in diesen Lokalen noch sonst irgendwo übermäßig“, und das sei auch nie Anlass zur Sorge innerhalb der Regierung gewesen. Zudem heißt es zu weiteren im Artikel geschilderten Vorfällen: „Keines dieser Ereignisse hat stattgefunden.“

Magazin ließ sich nicht einschüchtern
Patels Anwälte hatten „The Atlantic“ nach eigenen Angaben bereits vor Veröffentlichung in einem Schreiben gewarnt. Darin bezeichneten sie die Vorwürfe als „kategorisch falsche und verleumderische Behauptungen“. Außerdem zitierten sie eine Antwort aus dem FBI-Pressebüro, wonach die Vorwürfe „zu fast 100 % falsch“ seien. „The Atlantic“ habe dem FBI weniger als zwei Stunden Zeit für eine Stellungnahme zu 19 Punkten gegeben und trotz ausdrücklicher Warnungen veröffentlicht.

Auch Patel selbst drohte schon vor Einreichung der Klage öffentlich mit rechtlichen Schritten. In einem Beitrag auf X schrieb er: „Wir sehen uns mit euch und eurem gesamten Gefolge an Falschberichterstattung vor Gericht.“ Weiter bezog er sich auf den in den USA für Verleumdungsklagen gegen öffentliche Personen besonders hohen rechtlichen Maßstab.

Danach müssen Kläger nachweisen, dass Medien wissentlich falsche Angaben gemacht oder die Wahrheit bewusst ignoriert haben. Dieser Standard sei inzwischen eine leicht zu nehmende Hürde.

„The Atlantic“ wies die Vorwürfe zurück. Das Magazin erklärte nach Berichten mehrerer US-Medien: „Wir stehen zu unserer Berichterstattung über Kash Patel und werden ,The Atlantic‘ und unsere Journalisten gegen diese unbegründete Klage mit aller Kraft verteidigen.“ Autorin Fitzpatrick sagte laut „Wall Street Journal“, sie stehe zu jedem Wort ihres Berichts.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt