03.01.2012 10:02 |

Schalt-Trends 2012

Getriebe immer feiner übersetzt - wo führt das hin?

Bereits bei sechs Gängen hat der ein oder andere Autofahrer Probleme mit dem richtigen Sortieren. Dieses Jahr kommt sogar die erste Handschaltung mit sieben Gängen auf den Markt. Und auch bei der Automatik wächst die Zahl der Schaltstufen.

Lief die Kraftübertragung bei der Automatik jahrzehntelang über drei oder vier Übersetzungsstufen, sind seit einigen Jahren sechs und sieben Gänge Standard. Immer mehr neue Modelle kamen im ablaufenden Jahr sogar mit einer Achtgang-Automatik auf den Markt, etwa Audis geliftete A4-Reihe oder der BMW 3er. Doch die nächste Inflationsstufe ist erreicht: Zulieferer ZF hat nun das weltweit erste Automatikgetriebe mit neun Stufen entwickelt.

Je mehr Gänge es gibt, desto sparsamer kann ein Motor betrieben werden. Denn viele Schaltstufen ermöglichen eine große Spreizung der Gesamtübersetzung. Der letzte Gang kann dann besonders lang ausgelegt sein, damit das Drehzahlniveau bei hohen Geschwindigkeiten sinkt. Bis zu 16 Prozent Verbrauchsvorteil reklamiert ZF für das neue Getriebe im Vergleich mit einer Sechsgangautomatik. Die Schwierigkeit besteht darin, die Einsparungen nicht von einem Gewichtszuwachs beim Getriebe auffressen zu lassen. Auch darf das Gehäuse nicht zu groß sein, damit es noch ins Auto passt. Der Maximalzahl an Gängen ist damit eine Grenze gesetzt, die die Zulieferer aber immer weiter nach oben verschieben wollen.

Bis die Neungangautomatik in Serie geht – übrigens in einem Modell des US-Herstellers Chrysler – werden aber noch zwei bis drei Jahre vergehen. Bereits Anfang 2012 zu haben ist jedoch die zweite Neuerung auf dem Getriebemarkt: die Siebengang-Handschaltung. Als erster Hersteller bietet Porsche das neue Getriebe an, das beim Sportwagen 911 die bisherige Sechsgangversion ersetzt.

Das manuelle Siebenganggetriebe kommt ebenfalls von ZF und basiert auf dem bekannten Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, das der Zulieferer bereits seit mehreren Jahren für Porsche baut. Die dadurch mögliche veränderte Abstufung soll den Verbrauch der Boxermotoren senken, ohne dass dabei auf die volle Leistung verzichtet werden muss. Auch wenn weitere Faktoren für geminderten Spritdurst sorgen, sind die Normverbräuche des Sportwagens eindrucksvoll. Beim Carrera mit nun 350 PS sinken sie von 10,3 Liter auf 9 Liter, beim 400 PS starken Carrera S von 10,6 auf 9,5 Liter.

Ob das Schaltstufen-Wachstum damit ein Ende hat, ist schwer zu sagen. Zumindest gilt es als unwahrscheinlich, dass in naher Zukunft Automaten mit zehn oder mehr Gängen oder Handschalter mit acht oder neun Gängen sinnvoll einsetzbar werden. Und ob ein Autofahrer per Hand vom ersten bis zum achten Gang durchschalten will, ist auch eine entscheidende Frage.

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