"Gute" Ratschläge

Die 10 Mythen rund um die Autopflege

Motor
22.10.2011 10:18
Rund um das Thema Auto und dessen Pflege – auch und gerade zum Winter hin – ranken sich eine ganze Reihe Mythen, die viele Autofahrer von Generation zu Generation weitergeben. Doch wer auf diesen Informationsschatz aus der Märchenwelt zurückgreift, tut sich nichts Gutes. Wir räumen auf im Gerüchtewald:

Mythos 1: Spiritus für die Wischanlage
Spiritus ist zwar billig und tatsächlich ein wirksames Frostschutzmittel, aber in der Scheibenwischanlage hat er nichts verloren. Nicht nur weil er die Nase beleidigt, sondern weil er auf der Scheibe Schlieren bildet – und gerade klarer Durchblick wäre ja wichtig. 

Mythos 2: Eine Schmutzschicht schützt den Lack
Das ist nicht mehr als eine faule Ausrede. Schmutz hält Feuchtigkeit und Salze direkt auf dem Lack, was mehr den Rost als den Lack freut. Und jedes Drüberfahren drückt Kratzer in den Lack – so hinterlässt Dreck bleibende Spuren.

Mythos 3: Radmuttern möglichst fest anziehen
Wer nach dem Reifenwechsel die Radmuttern zu fest anzieht (ich habe schon Menschen auf dem Radkreuz stehen sehen), kann im Extremfall sogar die Schraubenköpfe abreißen. Ideal wäre das Anziehen per Drehmomentschlüssel, sonst mit Gefühl. Nach etwa 100 Kilometern Fahrt müssen die Schrauben zur Sicherheit noch mal nachgezogen werden – auch mit dem Drehmomentschlüssel. Das Drehmoment sollte in der Betriebsanleitung stehen. Übrigens: Die Schrauben vor dem Eindrehen NICHT schmieren.

Mythos 4: Mehr Traktion durch weniger Luftdruck 
Das galt früher, bei den damals üblichen Diagonalreifen. Bei heutigen Gürtelreifen ist das grundfalsch, im Gegenteil: Man sollte, egal ob bei Sommer- oder Winterreifen, eher mit etwa 0,2 bar höherem Reifendruck zu fahren, als der Hersteller es vorsieht. Das spart Benzin, ohne dass es zu einem messbar höheren Verschleiß kommt.

Mythos 5: Diesel muss man selbst winterfest machen
Diesel ist heutzutage bestens für Minustemperaturen geeignet. Vor 20 Jahren mag es noch dienlich gewesen sein, dem Diesel Benzin beizumengen, damit er nicht sulzig wurde, modernen Motoren und Einspritzanlagen tut die Spritpanscherei aber nicht gut.

Mythos 6: Graphit ist für Türschlösser perfekt geeignet
Graphit wirkt in heutigen Türschlössern eher als Verschmutzung, diese benötigen moderne Schmiermittel auf Teflon-Basis. Spezielle Schließzylinder-Sprays halten das Schloss am besten sauber.

Mythos 7: Harte Chemie für die Felgen
Bremsstaub hält sich hartnäckig auf den schönen Felgen. Da greift mancher kurzerhand zu Säure oder Backofenspray. Die Gefahr: Das Material von Radbolzen oder Felgen wird angegriffen. Besser spezielle Felgenreiniger verwenden.

Mythos 8: Nichts geht über Handwäsche
Wer sein Auto mit der Hand wäscht, riskiert, dass er Staubpartikel richtiggehend in den Lack einarbeitet und ihn dadurch zerkratzt. Moderne Auto-Waschanlagen sind meist erfolgreicher im Kampf gegen den Dreck und gehen mit dem Lack auch noch schonender um. Vorsicht bei Cabrios.

Mythos 9: In der Sonne polieren
Es glänzt gleich am besten, wenn man das Auto in der Sonne poliert? Nein, besser in Schatten. Hier trocknen Politur und andere Pflegemittel nicht so schnell und hinterlassen auch nicht so leicht Flecken.

Mythos 10: Gas geben zur Motor-Reinigung
Vor dem Motorabstellen noch mal aufs Gas steigen mag cool klingen, sinnvoll ist es nicht, auch wenn manche glauben, dass sie dem Motor damit einen Gefallen tun. Sie glauben, dass dadurch die Ventile geschmiert, der Vergaser gereinigt und das nächste Anlassen erleichtert werden. Unsinn, nicht nur, weil die wenigsten Autos noch einen Vergaser haben. Man verschwendet nur Sprit und kann mit dem eingespritzten Kraftstoff unter Umständen sogar den Schmierfilm im Motor verdünnen und dadurch den Motor schädigen.

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