Sa, 22. September 2018

Vollgas-IAA

14.09.2011 17:43

Die Sportler der Frankfurter Messe

Die IAA in Frankfurt steht in Zeichen eines Wandels. Überall surren Elektro- und Hybridfahrzeuge über die Messe. Auf den Ständen wetteifern die Info-Schilder mit den Durchschnittsverbräuchen um den niedrigsten Wert. Doch es gibt sie noch, die Sportwagen, die vornehmlich durch schnittige Optik und starke Motoren glänzen. Auf der IAA in Frankfurt (15. bis 25. September) ist aus deutscher Sicht der neue Porsche 911 der Star.

Der Entwicklungssprung zwischen der aktuellen und der nunmehr siebten Generation ist auf den ersten Blick nicht zu sehen. Zwar wächst die Länge minimal und die Achsen wandern mehr Richtung äußerem Karosserieende – doch die Optik der Ikone bleibt weiterhin erhalten. Der Elfer wird also weiterhin sofort als Elfer erkannt. Unter der schnittigen Haut hat sich dagegen einiges getan. Das Einstiegsmodell Carrera hat einen 3,4-Liter-Sechszylinder-Boxer mit 350 PS, soll aber unter anderem dank geschrumpftem Hubraum, Start-Stopp-System und Bremsenergierückgewinnung nur noch 8,2 Liter verbrauchen – fast schon wie bei langweiligen Mittelklassewagen.

Seinen Teil dazu trägt neben einer elektrischen Lenkung auch das neue manuelle Getriebe bei, das weltweit erste mit sieben Gängen. Zugelegt haben hingegen die Preise: Der 911 Carrera ist ab Dezember für 104.080 Euro lieferbar. Der Carrera S mit 400 PS kostet 122.860 Euro.

Deutlich günstiger ist die US-Sportwagen-Ikone Chevrolet Camaro. Die Amerikaner bringen ihr Muscle Car jetzt erstmals offiziell nach Österreich und verlangen für das Coupé 58.900 Euro, das Cabrio kostet 64.900 Euro. Inklusive einem bulligen 6,2-Liter-V8 mit 432 PS. Damit der Spritverbrauch in irgendwie verträglichen Grenzen bleibt, arbeitet der 6,2-Liter-Motor mit einem Spartrick: Die sogenannte Zylinderabschaltung deaktiviert bei geringer Last kurzerhand vier der acht Töpfe und schaltet sie erst bei einem beherzten Tritt aufs Gaspedal wieder zu. Der Normverbrauch liegt allerdings immer noch bei 14,1 Litern.

Der Ferrari 458 Spider verbraucht nur 11,8 Liter auf 100 Kilometer, fährt aber auch in einer anderen Preisklasse. Dafür erhalten Italophile aber auch die offene Version des F458 Italia mit einem leichten Aludach statt eines Stoffverdecks. Für standesgemäße Fahrleistungen sorgt ein 4,5-Liter-V8-Mittelmotor mit 570 PS, der den Zweisitzer bis auf eine Spitzengeschwindigkeit von 320 km/h treibt.

Noch schneller und dabei deutlich geräumiger zeigt sich die zweite Generation des Brabus CLS Rocket mit 6,3-Liter-V12 mit 800 PS. Das Triebwerk katapultiert den Bottropper in 3,7 Sekunden auf Tempo 100. Erst bei 370 km/h soll Schluss sein. Damit ist der Rocket mit dem auffälligen Flügelwerk die schnellste straßenzugelassene Limousine der Welt.

Für Hochleistungssport steht bei Mercedes das Kürzel SLS. Auf der IAA folgt nun die offene Version. Flügeltüren gibt es zwar nicht mehr: Ohne Dachholme für die Scharniere müssen die Portale beim Roadster konventionell angeschlagen werden, dafür gibt es aber bei jeder Geschwindigkeit eine Extraportion Frischluft. Antriebsseitig bleibt alles wie beim 6,2-Liter-V8-Frontmotor mit 571 PS.

Lamborghini setzt wie so häufig auf Leichtbau – und wieder auf ein neues Sondermodell. Der Gallardo LP 570-4 Super Trofeo Stradale hat im Vergleich zum Serienfahrzeug 70 Kilogramm abgespeckt, wiegt nun 1.340 Kilogramm und markiert die Spitze des Mittelmotormodells. Das neue Top-Modell der Italiener ist von den Rennsportfahrzeugen der markeneigenen Blancpain Super Trofeo inspiriert. Direkt von den Wettbewerbsversionen stammen auch der manuell verstellbare Heckflügel und die abnehmbare Karbon-Motorhaube. Als Antrieb kommt eine 570 PS starke Variante des 5,2-Liter-V10-Benziners zum Einsatz. Das Leistungsgewicht liegt bei 2,35 Kilogramm pro PS. Wie die „4“ in der Modellbezeichnung verrät, überträgt er seine 540 Nm auf alle vier Räder. In Verbindung mit der Sechsgangautomatik gelingt der Spurt von null auf 100 km/h in 3,4 Sekunden, Tempo 200 ist nach 10,4 Sekunden erreicht. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 320 km/h.

Dass auch Supersportwagen und Elektroantrieb sich nicht spinnefeind sein müssen, zeigt BMW mit der Studie i8. Die flache Karbon-Flunder wird von einer Kombination aus E-Motor und Dreizylinderbenziner mit zusammen 354 PS Leistung angetrieben und soll mit einem Normverbrauch von lediglich 2,7 Liter aufwarten. Rund 35 Kilometer soll der 2+2-Sitzer zudem auch rein elektrisch fahren können. Der Preis für das geplante Serienmodell ist allerdings saftig: rund 200.000 Euro werden wohl veranschlagt.

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