Besitzer von „Minka“ und „Bello“ ahnen es schon seit Langem: Haustiere tun uns Menschen einfach gut. Um welchen „kleinen Liebling“ - Hund, Katze, Meerschweinchen, Hase - es sich handelt, ist oft nur zweitrangig. Nun gibt es immer mehr wissenschaftliche Beweise, welche die gesundheitlichen Vorteile belegen.
Einen langjährigen tierischen Begleiter an der Seite zu haben kann Gedächtnisverlust und andere Arten des kognitiven Verfalls verzögern, fand etwa Doktorandin Jennifer Applebaum, Soziologin, Universität Florida (USA), heraus. Besonders positiv wirke sich diese Lebensweise bei älteren Menschen auf das verbale Gedächtnis aus, wie das Erinnern von Wörterlisten.
Art des Haustiers ist zweitrangig
Am deutlichsten war der Effekt bei Hunde- und Katzenfreunden, aber auch Vögel, Hamster, Fische und andere kleine Lieblinge kamen ihren Besitzern zugute. Die Wissenschafterin nimmt an, dass der Umgang mit Haustieren Stresspegel und Blutdruck senkt. Das wiederum hätte positive Folgen auf das Gedächtnis.
Bereits frühere Studien konnten nachweisen, dass Hundehalter körperlich gesünder sind. Kein Wunder, wer mehrmals täglich mit seinem Vierbeiner Gassi geht, hält sein Herz-Kreislauf-System fit und verringert entscheidende Werte (wie Blutdruck und Cholesterinspiegel). Außerdem verfügen jene, die sich täglich im Freien bewegen, über ein stärkeres Immunsystem als „Stubenhocker“. Sogar die Wahrscheinlichkeit für Fettleibigkeit ist geringer als bei Menschen, die keinen Hund haben.
Aber auch Katzen sind kuschelige Therapeuten, und für den Genuss der Effekte muss man nicht einmal die eigenen vier Wände verlassen: Ihr Schnurren lindert Ängste und beruhigt. Bereits die Anwesenheit von Tieren (allen voran jedoch das Streicheln) hilft, die Herzfrequenz ihrer Besitzer zu senken, es werden zudem weniger Stresshormone ausgeschüttet.
Für Goldfische gilt das naturgemäß weniger als für Hunde, Katzen oder Kleintiere. Knuddeln mit Hunden, Katzen oder Kaninchen wirkt darüber hinaus Depressionen entgegen.
„Kuschelhormon“ wird ausgeschüttet
Ein Grund dafür ist die Ausschüttung von Oxytocin (oft „Kuschel- oder Liebeshormon“ genannt), das bei Kontakt mit den felligen Gefährten vom Körper produziert wird. Haustiere machen Menschen einfach glücklich, wie wiederum eine Studie von Wissenschaftern der Ruhr-Universität in Bochum, D, belegt - jedoch nur, wenn diese ihr Herrchen oder Frauchen finanziell nicht zu sehr belasten oder die persönlichen Einschränkungen (wie Urlaube) nicht zu groß sind.
55% der Befragten einer Untersuchung des Forschungsinstituts Ipsos und eines deutschen Pharmakonzerns erklärten, dass ihr Haustier für mehr Entspannung, bei 43% für mehr Bewegung sorgt. Eine Verbesserung ist auch die reduzierte Einnahme von Medikamenten (wie Antidepressiva, Beruhigungsmittel), die laut der Studie mit Haustieren in Verbindung steht. Dafür wurden Daten aus Deutschland, Frankreich, dem Vereinigten Königreich, Italien und Spanien von insgesamt 3000 Haustierbesitzern (mit Katzen und Hunden) erhoben.
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