274.000 Opfer pro Jahr
Schlangenbisse töten mehr Menschen als gedacht
Die Gefahr durch Schlangen wird laut einer neuen Studie massiv unterschätzt. Jedes Jahr sterben demnach weltweit mindestens 274.000 Menschen wegen Schlangenbissen. Die Forscherinnen und Forscher halten noch deutlich höhere Zahlen für möglich.
Bis zu 513.000 Todesfälle stehen im Raum. Die große Spanne zwischen der unteren und der oberen Schätzung erklärt sich laut dem internationalen Forschungsteam durch unterschiedliche Datenquellen. Offizielle Statistiken und Krankenhausdaten würden das Problem oft massiv unterschätzen, heißt es in der Studie. Erhebungen direkt in den Dorfgemeinschaften zeichnen ein drastischeres Bild, da viele Betroffene keine medizinische Einrichtung aufsuchen.
Auf Subsahara-Afrika entfallen 45 Prozent aller weltweiten Vergiftungen und Todesfälle. Die Inzidenzrate, sprich die relative Häufigkeit, ist dort fast dreimal so hoch wie in Südasien, der am zweitstärksten betroffenen Region. Auch in Südostasien werden viele Menschen von Schlangen gebissen. Die höchsten Raten an Vergiftungen und Todesfällen weisen zudem Länder mit niedrigem Einkommen auf. Das unterstreiche, dass Schlangenbisse vor allem ein Gesundheitsproblem armer, ländlicher Gemeinschaften sind, heißt es in der Studie, die im Fachjournal „Plos Medicine“ veröffentlicht wurde.
Für die Analyse wertete das Forschungsteam Fachliteratur aus, die seit 2007 veröffentlicht wurde, und erstellte sogenannte geostatistische Modelle. Diese erlaubten auch Schätzungen für Länder, für die kaum oder keine verlässlichen Daten existieren. In 91 von 170 Ländern mit Giftschlangen fehlten solche Daten zu Vergiftungen, in 100 Ländern sogar zu den Todesfällen.

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