AfD-Chefin Alice Weidel hat sich für den Ausstieg aus dem Schengen-Raum und dem Euro ausgesprochen. Die Alternative für Deutschland werde die Grenzen „zumachen“ und alle Syrerinnen und Syrier „in ihre Heimat zurückführen“, kündigte die Politikerin an.
„Uns wurde doch damals gesagt, wenn der Fluchtgrund entfällt, werden sie alle wieder zurückgeführt. Nichts dergleichen passiert“, sagte Weidel am Sonntag im ZDF-Sommerinterview. „Ich will nicht mehr angelogen werden von irgendwelchen Flachzangen, die da oben sitzen und irgendwas versprechen und genau das Gegenteil von dem tun“, sagte sie im Hinblick auf Regierungsmitglieder wie Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD). Deutschland werde derzeit kaputt gemacht.
Die Deutsche kritisierte auch die „offenen Grenzen“. „Also dieser Vertrag wird aufgekündigt“, sagte sie in Bezug auf das Schengen-Abkommen. Dieses regelt, dass es an den Grenzen zwischen Mitgliedsländern normalerweise keine Kontrollen gibt. Mitglied sind fast alle EU-Länder (Ausnahme Irland und Zypern wendet das Abkommen nur zum Teil an), Island, Norwegen, Schweiz und Liechtenstein. „Wir werden sie zumachen, wir werden aus Schengen aussteigen, damit solche Leute wie aus Ceuta gar nicht mehr zu uns kommen“, sagte die Parteichefin mit Blick auf den Ansturm von Migrantinnen und Migranten auf die spanische Exklave in Marokko.
Ich will nicht mehr angelogen werden von irgendwelchen Flachzangen, die da oben sitzen und irgendwas versprechen.
AfD-Chefin Alice Weidel hat in einem Interview mit der deutschen Regierung abgerechnet.
Tatsächlich wird seit dem 16. September 2024 wieder an allen deutschen Außengrenzen kontrolliert. Das hat die damalige Innenministerin Nancy Faeser (SPD) angeordnet, um die Zahl der unerlaubten Einreisen einzudämmen.
Weidel bekräftigte in dem Interview zudem die Absicht ihrer Partei, dass Deutschland aus dem Eurosystem austreten müsse. „Sie haben eine riesige Umverteilung, wenn Sie eine instabile Währung haben. Wir sehen eine breite Verarmung arbeitender Bevölkerungsschichten“, hielt sie fest. „Ein Kurs gegen Europa und den Euro, Abschottung und Grenzschließungen, der Abbau staatlicher Institutionen, Investitionen und Leistungen sowie eine zunehmende Polarisierung machen die Lage der meisten Menschen messbar schlechter“, sagte hingegen Marcel Fratzscher, Direktor des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zu den Folgen der Umsetzung des AfD-Parteiprogramms.
„Bin bereit, mit jedem zu arbeiten“
Sie selbst sei bereit, „mit jedem zu arbeiten, solange er fähig ist und die Interessen in unserem Land im Auge hat (...)“, sagte Weidel. „Wir werden in den ersten Bundesländern regieren. Und wir werden auch im Bund regieren“, zeigte sie sich außerdem siegessicher mit Blick auf die anstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. In den jüngsten Meinungsumfragen liegt die AfD bundesweit bereits um bis zu acht Prozentpunkte vor CDU und CSU. Bei der Bundestagswahl 2025 war das Verhältnis noch genau umgekehrt.
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