Forscher belegen

Eiszeitmenschen jagten vor allem weibliche Mammuts

Wissen
26.08.2026 11:34
Porträt von krone.at
Von krone.at

Eiszeitmenschen dürften bevorzugt weibliche Mammuts gejagt haben – das zeigt eine Forschung mit österreichischer Beteiligung. Die Experten haben auch eine Erklärung, warum eher Weibchen erlegt wurden. 

Mammuts waren für die Menschen in der Zeit vor etwa 45.000 bis 12.000 Jahren, dem Jungpaläolithikum, eine wichtige Ressource für Fleisch oder um aus den Knochen Werkzeuge, Teile für Unterstände oder Schmuck herzustellen. Die aktuelle Untersuchung erfolgte mit alter Erbsubstanz aus Knochen von über 500 Wollhaarmammuts aus Nordamerika, Asien und Europa. Aus Österreich wurde die Fundstelle in Langmannersdorf (NÖ) in der Studie berücksichtigt, die Knochen von zehn Individuen aus Grabungen vom Anfang des 20. Jahrhunderts wurden analysiert.

Knochenanhäufungen legen Jagdreste nahe
Insgesamt wurde die DNA von insgesamt 521 Wollhaarmammuts untersucht. Dabei stammten die Überreste von 421 Tieren wurden aus verstreuten Fundstellen in natürlichen Umgebungen, was nahelegt, dass die Mammuts eines natürlichen Todes gestorben sind. Die Knochen der übrigen 100 Tiere dagegen stammten aus größeren Knochenanhäufungen – deswegen geht man davon aus, dass diese Exemplare von Menschen gejagt wurden. 

Freilegung von Mammutknochen an der österreichischen Fundstelle in Langmannersdorf im Jahr 2025
Freilegung von Mammutknochen an der österreichischen Fundstelle in Langmannersdorf im Jahr 2025(Bild: ÖAW-ÖAI/Marc Händel)

Bei Langmannersdorf handelt es um einen menschlich geprägten Fundplatz, wo auch Steinwerkzeuge, Holzkohle und gebrannte Knochen gefunden wurden. Zudem fanden sich Schlag- und Schnittspuren an Knochen. Außerdem wurden nicht alle Knochen der Tiere nachgewiesen – Fußknochen etwa sind sehr selten. „Deshalb müssen wir davon ausgehen, dass eine Sortierung durch den Menschen stattgefunden hat“, so der Archäologe und Studien-Coautor Marc Händel. Offensichtlich wurden die Tiere außerhalb des untersuchten Areals erlegt, an Ort und Stelle grob zerlegt und die Teile schließlich erst an der späteren Fundstelle weiterverarbeitet.

Bei den in der Studie erfassten elf menschlich geprägten Knochenanhäufungen waren 70 Prozent der Tiere weiblich, bei den verstreut gefundenen Tieren dagegen 66,5 Prozent der Individuen männlich.  „Das spricht dafür, dass die eiszeitlichen Menschen bestimmt haben, welche Mammuts sie nutzen – offenbar bevorzugt weibliche Tiere bzw. Herden, in denen weibliche Tiere häufiger vorkommen“, so Händel.

Herden leichter aufzuspüren
Die Sozialstruktur der Wollhaarmammuts könnte eine mögliche Erklärung dafür sein: Ähnlich wie heute Elefanten dürften weibliche Mammuts mit ihren Jungtieren in Herden gelebt haben, während ausgewachsene Männchen die Herden verließen und eher einzeln unterwegs waren. Damit waren die Herden mit den Weibchen für die Eiszeitmenschen möglicherweise leichter aufzuspüren und ihre Bewegungen besser vorhersehbar. Weibchen mit Nachwuchs könnten zudem weniger mobil und damit leichter zu erbeuten gewesen sein.

Dass sich an den verstreuten Fundstellen mehrheitlich Knochen von Männchen fanden, könnte mit der höheren Risikofreudigkeit von männlichen Tieren zusammenhängen. Sie könnten dadurch in gefährliches Terrain gelangt sein, etwa steile Hänge an Flussufern oder sumpfige Gebiete mit instabilem Untergrund. Weitere Untersuchungen sollen weitere Klarheit zu diesen Theorien bringen.

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