384 Reisende vermisst
Sturzflut im Himalaya schwemmt ganze Dörfer weg
Eine schwere Sturzflut hat in Nepal nahe der Grenze zu Tibet ganze Dörfer weggespült. Mindestens neun Menschen kamen uns leben, weitere Opfer werden befürchtet. Mindestens 384 Reisende werden vermisst
Die Wassermassen rissen Straßen und Brücken weg und beschädigten Kraftwerke. Rettungskräfte, Polizei und Militär waren auf dem Weg in die Katastrophenregion. Allerdings konnten in den besonders betroffenen nepalesischen Orten Syapru Besi und Timure Behördenangaben zufolge wegen der hohen Wasserstände keine Hubschrauber landen. „Es könnte zahlreiche Opfer oder schwere Sachschäden geben“, sagte Bezirksverwalter Narendra Pariyar der Nachrichtenagentur Reuters. „Aber ich weiß es noch nicht genau.“
Unter den Vermissten in der Grenzregion zu Tibet seien 291 Ausländer, darunter 105 Inder, teilte die Tourismusbehörde am Mittwoch mit. Auch acht Südkoreaner, die bei einem Wasserkraftwerk in dem Gebiet arbeiteten, wurden vermisst, meldete die Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf das Außenministerium in Seoul. Auch aus dem benachbarten Tibet wurden laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Xinhua nach dem Abgang einer Schlammlawine an einem Grenzübergang zwischen China und Nepal zahlreiche Opfer und Vermisste gemeldet.
Warnung für Zehntausende
In dem betroffenen Gebiet leben allein auf nepalesischer Seite Zehntausende Menschen. Anrainer der Ufer des Flusses Bhote Koshi wurden aufgerufen, äußerste Vorsicht walten zu lassen und sich in höher gelegene Gebiete in Sicherheit zu bringen.
Videoaufnahmen in sozialen Medien zeigen die gewaltige Wucht der Sturzflut:
Auch Tibet betroffen
Auch das benachbarte Tibet ist von einem Erdrutsch betroffen. Wie die chinesische Staatsagentur Xinhua berichtete, wurde der Grenzübergang Gyirong von einer Schlammlawine auf der nepalesischen Seite getroffen. Das habe zu Unterbrechungen im Straßenverkehr, bei der Stromversorgung und der Telekommunikation geführt. Chinas Präsident Xi Jinping rief dazu auf, bei der Suche nach den Vermissten alle verfügbaren Mittel einzusetzen.
Heftige Sturzflut erst vor einem Jahr
Die genaue Ursache für die plötzlichen Überschwemmungen war zunächst unklar. Im vergangenen Jahr waren durch eine Sturzflut an dem Fluss mindestens neun Menschen ums Leben gekommen. Damals wurde auch die für Handel und Transport wichtige „Freundschaftsbrücke“ zwischen Nepal und China weggerissen. Als Auslöser wurde später von einer regionalen Klimabeobachtungsstelle das Auslaufen eines Gletschersees in Tibet ausgemacht.

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