Wie die Kommunikation zwischen Darm und Hirn funktioniert und warum das Mikrobiom (Darmflora) auch die Psyche enorm beeinflusst, erklärt ein Experte.
„Interessant ist, dass die Nervenverbindungen der sogenannten Darm-Gehirn-Achse zu 90 Prozent aus aufsteigenden Nervenfasern bestehen. Salopp könnte man formulieren, dass der Darm hier also mehr zu sagen hat als das Gehirn“, erklärt Priv.-Doz. OA Dr. Markus Hutterer, Neuroonkologe bei den Barmherzigen Brüdern Linz (OÖ).
In einer akuten Stresssituation stellen sich die Körperfunktionen auf Flucht oder Kampf ein. Bestimmte Organe wie eben Magen oder Darm werden dadurch weniger durchblutet. OA Hutterer: „Chronischer Stress führt dazu, dass der Magen-Darm-Trakt unter anhaltender Minderdurchblutung leidet und sich mitunter hartnäckige Beschwerden einstellen können.“ Dazu zählen etwa Bauchschmerzen, Blähungen, Verstopfung oder Durchfall.
Gleichzeitig führt Stress zu einer erhöhten Durchlässigkeit der Darm-Schleimhaut, und entzündungsfördernde Substanzen werden ausgeschüttet, was unterschwellige Entzündungen nicht nur im Körper, sondern auch im Gehirn bedingt: Überlastung wirkt sich dann negativ auf die Stimmung und Emotionen aus.
Gesunde Darmflora macht glücklich
Ein entscheidender Bestandteil des „Bauchhirns“ ist das Mikrobiom (Gesamtheit der - vor allem auf der Dickdarmschleimhaut - angesiedelten Mikroorganismen). „Gute“ Bakterien und Zellen der Darm-Schleimhaut sind in der Lage, das Stimmungshormon Serotonin zu bilden. Etwa 95% dieses Glückshormons werden im Darm produziert.Ballaststoffe, z. B. aus Obst, Gemüse und Vollkornprodukten, fördern eine gesunde Darmflora.
Chronische Störungen des Mikrobioms führen zu bleibenden Veränderungen im Gehirn und können so zur Entwicklung von neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen, wie z. B. Multipler Sklerose, Parkinson, Demenz, Depressionen und Angststörungen beitragen.
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