28.11.2020 05:00 |

Darmflora

Mikrobiom: Die Vielfalt ist entscheidend

Unzählige Bakterien befinden sich in unserm Verdauungstrakt. Welche Arten dabei vorherrschen, hat großen Einfluss auf die Gesundheit.

Sie sind winzig klein, mit freiem Auge nicht sichtbar und leben in der Dunkelheit: Rund 100 Billionen Bakterien, aber auch Viren und Pilze besiedeln unseren Verdauungstrakt, zum größten Teil den Dickdarm. Die Gesamtheit dieser Mikroorganismen bildet ein kleines Ökosystem, das Darmmikrobiom. Die Zusammensetzung dieser rund 500 bis 1000 verschiedenen Bakterientypen ist im Detail bei jedem Menschen unterschiedlich, wie ein Fingerabdruck. Die Forschung interessiert sich bereits seit längerer Zeit für die beeindruckende Welt der Mikroorganismen. Durch spezielle moderne Methoden wurde es möglich, diese Vielfalt im Darm genau zu analysieren und zu identifizieren.

Laufend werden neue Arten und Stämme entdeckt. „Dies erlaubt, gewisse Konstellationen zu erkennen, die für eine gesunde Funktion wichtig sind, und andererseits auch solche zu finden, die mit verschiedenen Krankheiten und Beschwerdebildern assoziiert sind“, erklärt o. Univ.-Prof. Dr. Günter J. Krejs, ehem. Leiter der Klinischen Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie und Vorstand der Uniklinik für Innere Medizin, MedUni Graz. Laut aktuellen Studien wird beispielsweise bei Darm-, Leber-, Herz-Kreislauf-, Stoffwechsel- oder rheumatischen Erkrankungen, ebenso bei allergischen Leiden (wie Asthma), psychischen Problemen (z. B. Depressionen), hormonellen Störungen oder Multipler Sklerose ein Zusammenhang mit dem Mikrobiom angenommen.

Von Bedeutung ist aber nicht so sehr die Gesamtmenge der kleinen Darmbewohner, sondern deren Zusammensetzung. Vor allem die „beschützenden“ (protektiven) Bakterien sollten in unterschiedlicher, ausgewogener Menge vorhanden sein, damit unsere Darmflora gesund und funktionsfähig bleibt. Schädliche Artgenossen hingegen, die beispielsweise durch eine zu fettreiche Ernährung bei der Besiedlung des Darms gefördert werden, können Entzündungen und die Bildung von Giftstoffen begünstigen. Außerdem bauen sie Proteine (Eiweiße) ab, die dann an anderer Stelle, z. B. als Baumaterial für Knochen, Haut, Haare und Nägel, fehlen.

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Der Darm kann seine vielfältigen Aufgaben - wie Verdauung, Steuerung wichtiger Stoffwechselfunktionen bis hin zur Aktivierung des Immunsystems - nur erfüllen, wenn sein Mikrobiom, d. h. die „Darmflora“, im Gleichgewicht ist. Dafür braucht es ein ausgewogenes Verhältnis von „guten“ und „schlechten“ Bakterien. Im aktuellen Ratgeber finden Sie kompetente, von Experten überprüfte Antworten auf viele Fragen rund um das Mikrobiom sowie Tipps, wie Sie Ihre Verdauung unterstützen. Kostenlos in den Apotheken erhältlich sowie online zum Download.

Regina Modl, Kronen Zeitung

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