




Die Aufnahmen stammen nicht aus dem Hochsommer, sondern sind aktuell: Der WWF veröffentlichte am Freitag alarmierende Fotos aus der Unteren Lobau in Wien. Zu sehen – verschwindend geringe Wasserstände und teils bereits ausgedörrte Böden.
Die anhaltende Trockenheit betreibt Raubbau – und macht auch vor dem Nationalpark Donau-Auen nicht halt. Fotos vom Mai offenbaren die alarmierende Situation im Auengebiet. „Durch fehlende Niederschläge und niedrige Wasserstände verschlechtert sich die Lage sichtbar. Seitenarme, die um diese Jahreszeit Wasser führen sollten, sind ausgetrocknet, Kleingewässer verschwunden und die natürliche Verbindung zur Donau sowie zum Grundwasser wird immer schwächer“, so WWF-Experte Michael Stelzhammer.





Fluss-Pegel im Land teils drastisch gesunken
Aktuell weisen, wie berichtet, aufgrund der ausbleibenden, ergiebigen Niederschläge bereits drei Viertel der Fluss-Pegel in Österreich Niedrigwasser auf. Besonders stark betroffen sind das Mur-Einzugsgebiet in der Steiermark, die Vöckla, March, Kamp in Nieder- und Oberösterreich, die Drau (Kärnten) und Flüsse im Burgenland. „Die aktuellen Niedrigwasserstände sind ein Warnsignal für die akuten Folgen der Klimakrise. Wenn Flüsse schon im Frühjahr dauerhaft zu wenig Wasser führen, geraten ganze Lebensräume unter Druck“, warnte der WWF bereits.
Und das kann auch den Nationalpark Donau-Auen treffen. Denn auch hier droht Gefahr für die ökologische Funktion der Au und die Biodiversität, da die für Flora und Fauna wichtige Durchströmung mit sauerstoffreichem Wasser fehlt.
Der Frühling war überaus trocken, Niederschlag gab es kaum:
Maßnahmen der Stadt gefordert
Ein Aufruf zum Handeln ergeht seitens des WWF an die Stadt Wien: „Die aktuelle Dürre verschärft eine ohnehin kritische Entwicklung dramatisch.“ Maßnahmen seien überfällig. Gefordert wurde die gezielte Zufuhr von Wasser aus der Oberen Lobau, um besonders betroffene Bereiche rasch mit Wasser zu versorgen und so kurzfristig stabilisieren zu können. „Zugleich braucht es strukturelle Verbesserungen: eine starke Anbindung an die Donau im oberen Bereich, die Wiederherstellung naturnaher Fließdynamiken sowie Maßnahmen zur Anhebung des Wasserspiegels, etwa durch die gezielte Zugabe von Schotter ins Donaubett“, so der WWF.
Kritisiert wird außerdem, dass für die Bewässerung von Ackerflächen innerhalb der Lobau weiterhin Grundwasser entnommen wird, während den Au-Gewässern das Wasser fehlt. Die ackerbauliche Nutzung von Flächen im Nationalpark sei noch bis Ende 2027 gestattet, so Stelzhammer.

Grillverbot in Wien
Die massive Trockenheit veranlasste die Stadt allerdings auf anderer Ebene bereits zu einem Schritt: So wurde in Wien ein generelles Grillverbot auf öffentlichen Grillplätzen und in Grillzonen ausgerufen. Betroffen sind unter anderem die Donauinsel, Alte und Neue Donau sowie Waldnähe. Das Grillen in privaten Gärten ist gestattet, sofern sich diese außerhalb des Gefährdungsbereiches des Waldes befinden. Aufgehoben wird das Verbot erst nach nachhaltigen Regenschauern. In den kommenden Tagen sind diese aber noch nicht in Sicht.
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