In your face, Urus!

BMW XM: Der Polarisator ist los – und überrascht!

Motor
28.09.2022 17:55

Man sollte sich wohl erst einmal setzen, um den Anblick dieses BMW besser verkraften zu können. Die Münchner ziehen das Tuch vom XM, einem gewaltigen Sport-SUV, das maximal dick aufträgt und den Lamborghini Urus direkt auf dem Macho-Feld angreift. Achtung, das ist keine Übung - der XM kommt im Frühjahr auch in Österreich auf den Markt!

Der XM ist gewissermaßen der X6 in die heutige Zeit übersetzt. Als dieser vor 14 Jahren zu den Händlern rollte, sorgte er für ähnlich viel Aufsehen, Kopfschütteln, aber auch Bewunderung. So ein Fahrzeug muss man sich erst einmal trauen! Was auch für den XM gilt. Eines ist sicher: Der XM bringt einige Superlative mit.

BMW spricht vom „ersten elektrifizierten High-Performance-Modell von BMW M“ und vom zugleich „ersten originären BMW M Automobil seit dem BMW M1“. Für Querperformance sorgen Adaptivfahrwerk, Allradantrieb und -lenkung sowie aktive 48-Volt-Wankstabilisierung, für Längsperformance ein neuer Plug-in-Hybrid-Antrieb, der eine Systemleistung von 653 PS und ein -drehmoment von 800 Nm generiert. Ein Lamborghini Urus wird mit seinen 650 PS wohl trotzdem Kreise um den BMW ziehen, denn der Mega-Bajuware bringt mit 2,7 Tonnen DIN-Leergewicht ziemlich genau eine halbe Tonne mehr auf die Waage. So gesehen ist der Sprintwert von 4,3 Sekunden mehr als beachtlich (Lambo: 3,6 s). Bis zu 270 km/h Topspeed lässt die Elektronik zu.

Doppelherz-Antrieb mit guter Reichweite
Der BMW schlägt den Urus auf Feldern, die dieser gar nicht bedienen kann. Das fängt beim Antrieb an. Einen Achtzylindermotor haben sie beide. Der des XM wurde neu entwickelt, ist 4,4 Liter groß und 489 PS stark. Dazu kommt aber ein in die Achtgangautomatik integrierter permanent erregter Synchron-Elektromotor, der für sich genommen 145 kW/197 PS leistet und 280 Nm beisteuert (dank spezieller Übersetzung steigt das Drehmoment am Getriebeeingang auf 450 Nm). Er wird gespeist von einer netto 25,7 kWh großen Batterie, die eine elektrische WLTP-Reichweite von bis zu 88 Kilometern ermöglicht. Elektrisch sind bis zu 140 km/h drin. Geladen wird der Akku via Rekuperation oder per Wechselstrom mit bis zu 7,4 kW. Gleichstromladen wird nicht angeboten.

Ein Klappenauspuff mit übereinanderliegenden Doppel-Sechseck-Blenden sowie „iconic sounds“ bei E-Betrieb sollen auch bei Passanten Emotionen wecken.

Aber dieser Antrieb ist erst der Anfang.

BMW XM Label Red: 
Im Herbst 2023 wird das Modellangebot um den BMW XM Label Red ergänzt. Das stärkste Serien-M-Modell ever mobilisiert eine Systemleistung von 550 kW/748 PS (V8 mit 585 PS, E-Motor mit 145 kW/197 PS) sowie ein -drehmoment von 1000 Nm (750 plus 280 Nm).

Brachiale Optik
Understatement ist nicht der Anspruch des BMW XM. Der 5,11 Meter lange, 2 Meter breite und 1,76 Meter hohe Bolide trägt mächtige, konturbeleuchtete Nieren mit Goldeinfassung und große Lufteinlässe vor sich her, die zweigeteilten Schlitzscheinwerfereinheiten werden die Geister noch mehr scheiden als beim 7er/i7. In der Seitenansicht fällt ein ebenfalls goldfarbenes Akzentband auf, das an die schwarze Karosserieleiste des BMW M1 erinnern soll. Die Felgen messen serienmäßig 21 Zoll, 22- oder 23-Zöller optional.

Überraschung im Interieur
Dass im Cockpit ein Curved Display aus einem 12,3 Zoll großen Tachoscreen und einem 14,9 Zoll großen Touchscreen prangt, war zu erwarten. Für manche überraschend ist aber, dass der Rest des Interieurs relativ klassisch angeordnet ist. Es steckt ein richtiger Automatik-Wählhebel in der Mittelkonsole, außerdem ist weiterhin ein i-Controller vorhanden.

Voller Komfort, voller Sport
BMW verspricht die „maximale Spreizung zwischen M typischer Dynamik und einem im Wettbewerbsumfeld überdurchschnittlichen Fahrkomfort“. Komfortabel ist auf jeden Fall die Serienausstattung, die den Parkassistenten mit allen Funktionen, Head-up-Display, Cloud-Navi, 100-LED-Beleuchtung für den Dachhimmel, Sitzheizung im Fond oder Vierzonenklima umfasst.

Die weltweite Markteinführung ist für Frühjahr 2023 geplant. Hauptabsatzmärkte sind USA, China und der Nahe Osten. In Österreich wird der BMW XM ab 171.500 Euro erhältlich sein - rund ein Drittel billiger als der Lamborghini Urus.

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