Paradigmenwechsel:

E-Autos überholen Benziner bei den Neuzulassungen!

Wirtschaft
10.06.2026 10:04

Am Automarkt zeichnet heuer ein Paradigmenwechsel ab: 2026 dürften sich reine E-Autos in Österreich erstmals häufiger verkaufen als Benzin-Pkw. Im Mai war es bereits so weit, denn die Zahl der Autozulassungen legte bei Stromern um rund 22 Prozent zu, während jene von Verbrennern, die mit Benzin betrieben werden, um 10 Prozent auf 6135 Stück sanken.

Auch im April hatten die E-Autos (7122 Zulassungen) gegenüber Benzinern (6368) die Nase vorne, im März (8206 zu 8181) knapp ebenfalls. Im Februar und März war das noch anders, in beiden Monaten verkauften sich Benzin-Pkw noch besser als Stromer. Im bisherigen Gesamtjahr, also von Jänner bis inkluaive Mai, liegen mit Benzin betriebene Verbrenner mit 32.932 Zulassungen nur noch hauchdünn vor reinen E-Autos (31.067), doch wenn sich die Dynamik so fortsetzt, wird sich das im Gesamtjahr noch ändern.

Hält die Dynamik an?
Freilich: Ob die Dynamik tatsächlich so anhält, ist ungewiss. Die Bundesregierung will im Zuge des Doppelbudgets 2027/2028 die bisherige Steuerbefreiung (0%) für die private Nutzung von E-Firmenwagen schrittweise abschaffen und durch einen neuen Sachbezug ersetzen. Wie sich diese Maßnahme auf die Neuzulassungen von Firmen-E-Autos auswirken wird, wird sich weisen. Fakt ist: Zwischen Jänner und Mai 2026 waren rund 21.000 der neu zugelassenen E-Autos Firmen-Pkw, nur etwas über 10.000 waren Pkw von Privatpersonen.

Beliebtester Stromer bei Privatkunden war das Tesla Model Y, gefolgt vom BYD Atto und dem Škoda Elroq. Bei Unternehmen und in der öffentlichen Verwaltung war der Škoda Enyaq am meisten gefragt, gefolgt vom Škoda Elroq und dem Model Y von Tesla.

Das Tesla Model Y führt bei E-Autos die Zulassungsstatistik bei Privatkäufern an.
Das Tesla Model Y führt bei E-Autos die Zulassungsstatistik bei Privatkäufern an.(Bild: Tesla)

Ingesamt setzte sich im Gesamtmarkt im Mai „der anhaltende Wachstumskurs bei den Pkw-Neuzulassungen fort“, sagt so Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria. „Seit mittlerweile elf Monaten in Folge liegen die Neuzulassungen deutlich über dem Vorjahresniveau. In den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres wurden in Österreich insgesamt 15.090 mehr neue Pkw zugelassen als von Jänner bis Mai 2025 – ein Plus von 13,1 %. Damit wurden heuer seit Jahresbeginn in Summe 130.273 neue Pkw in Verkehr gebracht. Annähernd jeder vierte neu zugelassene Pkw entfiel dabei auf ein Fahrzeug mit alternativem Antrieb.“ 

Jänner bis Mai 2026: 30,8% mehr Benzin-Hybride als im Vorjahreszeitraum
Von den 130.273 zwischen Jänner und Mai 2026 neu zugelassenen Pkw hatten 84.331 oder 64,7.% ein alternatives Antriebssystem, das sind um 24% oder mehr als in den ersten fünf Monaten des Vorjahres. Rein elektrisch betriebene Pkw (BEV: 31 067; +5 772) verzeichneten einen Anstieg von 22,8 %. Die Neuzulassungen von Benzin-Hybrid-Pkw (47.639; +11 208) stiegen um 30,8 % während Diesel-Hybrid-Pkw um 10,4 % weniger (5.623; −654) neu zugelassen wurden.

Die beliebtesten Marken
Von Jänner bis Mai 2026 waren VW (Anteil: 14,7%), Škoda (10,8%), Audi (7%) und BMW (6,3%) die meist zugelassenen Pkw-Marken. Von den Top 10 Pkw-Marken konnten BYD (+71,5%), Seat (+20,3%), Škoda (+16,8%), VW (+15,5%), Mercedes (+15,4%) und Audi (+14,3%) einen Zuwachs im Vergleich zu Jänner bis Mai 2025 erreichen. Zurückgegangen sind die Neuzulassungen bei BMW (−7,9%), Toyota (−6,3%), Dacia (−5,1%) und Cupra (−4%). Bei den rein elektrisch betriebenen Pkw waren die wichtigsten Marken Škoda (Anteil: 11,3%), BYD (10,4%), VW (10,1%) und BMW (9,9%).

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