„Ein Auto ist doch auch nur ein Mensch!“ – könnte man meinen, wenn man sieht, wie viele Fahrer ihr Gefährt verhätscheln. Was aber tatsächlich Fakt ist: Es gibt jetzt ein Auto, das fühlen kann. Der „Rinspeed Senso“ ist das „sinnlichste“ Auto der Welt.
"Es ist mehr der Mensch, der im Mittelpunktdes Automobils stehen sollte und nicht immer mehr die Technik",bringt Rinspeed-Chef Frank M. Rinderknecht (49) die Grundideedes jüngsten Concept Car-Sprosses auf den Punkt. Auf ihrbasiert das Fahrzeugkonzept des "Senso", den die renommierte SchweizerDesign- und Konzept-Schmiede und Bayer MaterialScience, einerder größten Kunststoff-Produzenten der Welt, vom 3.bis 13. März 2005 auf dem Genfer Autosalon präsentieren.
Der mit umweltfreundlichem Erdgas betriebene "Senso"ist nicht ohne Grund das "sinnlichste" Auto der Welt. Denn "Senso"erfühlt" den Fahrer, misst also seine biometrischen Werte- und wirkt dann mittels Mustern, Farben, Musik und Düftenpositiv auf den Lenker. Der Grund: Ein ausgeglichener Fahrer fährteinfach sicherer.
Dahinter steckt eine ausgefeilte Sensorik-Idee,das Herzstück des Gefährts: Für die Datenerhebungzeichnen gleich mehrere Sensoren verantwortlich. So misst einebiometrische Polar-Uhr die Pulsfrequenz des Fahrers. Eine "MobileEye"-Kamera registriert sein Fahrverhalten, also wie und wie häufiger die Fahrspur wechselt und wie dicht und schnell er auf vorausfahrendeAutos auffährt. Nun - so die Vision - wertet ein HP-Bordrechnerdie erhobenen Daten aus und schließt mit Hilfe speziellerAlgorithmen auf den momentanen Gemütszustand des Fahrers.
Lichtstimmungen im Cockpit Die Entwickler des Concept Car sprechen nicht ohneGrund von "Zen-Sorik" - in Anspielung auf fernöstliche Meditation.Denn auf Basis der errechneten Werte erhält der Pilot nundie sinnansprechenden Impulse, um ihn in einen Zustand entspannterAufmerksamkeit zu versetzen. Im "Senso" rücken - je nachmomentaner Verfassung des Fahrers - vier kleine Sharp-LCD-Bildschirmestimulierende (orange/gelb), beruhigende (blau/violett) oder neutrale(grün) Farbmuster ins Blickfeld des Fahrers. Sie sind eingefügtin die futuristisch gestaltete Innenverkleidung, die als gesamteFläche leuchtet und das Cockpit in ein blendfreies, ambientesLicht taucht.
Eine neuartige Leuchtfolientechnik macht es möglich.Diese so genannte Smart Surface Technology arbeitet mit einemglimmendne Material, das sich in jede beliebige Form bringen lässt,ohne Glühbirnchen oder LEDs. Die Hightech-Oberflächeerstrahlt computergesteuert je nach angelegter Spannung in denFarben grün, blau oder orange.
Verstärkung erhalten die optischen Reize durcheigens komponierte Klänge, die auf einem Rechner digitalgespeichert sind. Neben Auge und Ohr wird auch die Nase übervom Geruchs-Spezialisten Voitino CWS entwickelte Düfte, dieder Lüftung entströmen, angesprochen. Vanille-Mandarinwirkt dabei beruhigend, während eine Citrus-Grapefruit-Noteeher der Stimulation dient. Und selbst der Tastsinn des Menschenwird eingespannt: Stellt der Zentralrechner Müdigkeitssymptomebeim Fahrer fest, so sollen im Sitz integrierte Elektromotorenihn - im wahrsten Sinnes des Wortes - wachrütteln.
Rinspeed "Senso" - Steine des Anstoßes Doch der "Senso" hat nicht nur innere Werte. Würdeer nicht auch beim polarisierenden Design neue Wege beschreiten,trüge er nicht den Familiennamen "Rinspeed". Besonders dieklare, unverspielte Innenraumgestaltung rückt den Menschenin den Mittelpunkt. So sitzt der Fahrer mittig allein in der erstenReihe, flankiert von zwei hinter ihm angeordneten Recaro-Beifahrersitzen.
Saubere Leistung - die Antriebstechnik Angetrieben wird der 1.385 Kilogramm schwere "Senso"von einem 3,2-Liter Boxermotor aus dem Porsche Boxster S, derfür den Einsatz im "Senso" auf Betrieb mit Benzin und Erdgasumgerüstet wurde. So strömen aus dem Auspuff bis zu30 Prozent weniger umweltschädliches CO2. Der Grund: Erdgasist ein extrem sauber verbrennender Treibstoff, der beinahe völligaus Methan besteht und fast keinen Schwefel enthält. DerMotor leistet 250 PS/184 kW bei 6'200 U/min und produziert einmaximales Drehmoment von 300 Nm bei 4'600 U/min. Für dieKraftübertragung zur Hinterachse sorgt ein manuelles Sechsganggetriebe.Damit beschleunigt der "Senso" in 5,9 Sekunden von 0-100 km/hund erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h.
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