Horror am Stauende

Lkw gegen Pkw – wie viel bleibt vom Auto übrig?

Motor
25.07.2011 10:05
Eine Horror-Vorstellung für jeden Autofahrer: Er kommt rechtzeitig vor einem Stau zum Stehen, doch dann kracht ein Lkw ungebremst in das Stauende. Wie viel (oder wie wenig) von den letzten Pkws übrig bleibt, hat der ÖAMTC jetzt in einem Crashversuch getestet.

Bereits die Energie eines mit 5,5 Tonnen relativ leichten Lkws, der mit 70 km/h auffährt, reicht aus, um zwei Autos vollständig zu zerstören. Häufig werden die Pkw-Insassen auch im Wrack eingeklemmt und benötigen - wenn sie überleben - eine lange Rehabilitation. Auch bleibende Schäden sind keine Seltenheit. Schwere Wirbelsäulen- und Brustverletzungen treten bei Lkw-Pkw-Auffahrunfällen besonders häufig auf. 

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Zudem können die Rückhaltsysteme aufgrund der starken Verformungen und Belastungen ihre volle Wirkung oft nicht entfalten, Personen können aus dem Fahrzeug geschleudert werden, konstatiert der ÖAMTC. Nur mit Glück könne es durch versetzt hintereinander stehende Fahrzeuge dazu kommen, dass einzelne Pkws seitlich aus dem Gefahrenbereich geschoben werden.

Der Anteil derartiger Karambolagen an der Gesamtzahl der Unfälle sei glücklicherweise relativ gering, das Risiko von tödlichen Verletzungen jedoch sehr hoch.

Notbremsassistenten können Leben retten
Eine Möglichkeit, Personen- und Sachschäden in Grenzen zu halten, sind automatische Notbremsassistenten. Diese Systeme erkennen mittels Radarsensor, Kamera und/oder Laser vorausfahrende Fahrzeuge und Hindernisse und warnen den Lenker vor einer drohenden Kollision. Erfolgt keine Reaktion, leitet der Assistent eine autonome Bremsung ein. Die vom ÖAMTC durchgeführten Fahrversuche zeigen, dass ein moderner Notbremsassistent bei Fahrgeschwindigkeiten bis zu 55 km/h Unfälle meist vollständig verhindern kann. Bei höheren Geschwindigkeiten ist die vollständige Verhinderung einer Kollision nicht möglich, es kann lediglich die Aufprallgeschwindigkeit reduziert werden.

Ab 2013 (für neue Typen) bzw. 2015 (für alle Neuzulassungen) schreibt der Gesetzgeber serienmäßige Notbremsassistenten in Lkw über 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht vor. Derzeit bietet laut ÖAMTC Mercedes als einziger Lastwagenhersteller optional einen Notbremsassistenten an.

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