Immunsystem

Erholsame Nachtruhe gegen Viren

Gesund Konkret
31.01.2022 05:00

„Schlaf dich gesund“ - diesen Rat bekamen wir in der Kindheit oft von unseren Eltern oder Großeltern zu hören, wenn wir uns krank fühlten. Was steckt eigentlich dahinter?

Was in früheren Zeiten einfach gefühlsmäßig oder auch aus Erfahrung gemacht wurde, ist seither auch wissenschaftlich bestätigt: ausreichend zu schlafen, damit man schneller gesund wird. Aber auch zur Vorbeugung von Infekten kann dies hilfreich sein. Wer nämlich wenig schläft, schwächt seine Abwehrkräfte - und zwar massiv. Forscher in San Francisco haben gezeigt: Kurze Nächte machen es den Erkältungsviren besonders leicht. Sieben Stunden Schlaf oder mehr entfalten dagegen eine Schutzwirkung gegen Infektionen. Demnach ist man viermal so anfällig, an einer Verkühlung zu erkranken, wenn man eine Woche lang im Schnitt weniger als sechs Stunden Nachtruhe hatte. Ein deutsches Forschungsteam der Universitäten Tübingen und Lübeck hat mit Hilfe eines 24-Stunden-Experiments herausgefunden: Die sogenannten T-Zellen unseres Immunsystems, die infizierte Zellen suchen und abtöten, können durch zu wenig Schlaf schlechter an diese andocken.

Heilung benötigt sehr viel Ruhe
Die körperlichen Abwehrkräfte stehen also in engem Zusammenhang mit der Dauer und Qualität des Schlafes. Jeder kennt das, selbst bei leichten Erkältungen fühlen wir uns schlapp und müde. Beteiligt daran sind Botenstoffe, die bei Infektionen verstärkt freigesetzt werden. Der Körper fordert sozusagen Ruhe ein, damit er sich auf die Genesung konzentrieren kann. Aktuelle Untersuchungen belegen, dass während der Nachtruhe die Zahl der natürlichen Abwehrzellen gesteigert wird, was für die erfolgreiche Bekämpfung von Bakterien und Viren eine wichtige Rolle spielt. Bei der Erforschung des Zusammenhangs von Schlaf und Immunsystem steht die Wissenschaft noch am Anfang. Gesichert ist, dass hormonelle Vorgänge im Schlaf hohen Einfluss auf immunologische Funktionen haben und die Bildung von Antikörpern verbessern. Das Problem ist, dass viele unter Schlafstörungen leiden und von erholsamer Nachtruhe weit entfernt sind. Die Gründe: Stress, beruflicher Ärger, private Probleme, aber durchaus auch freudige Erwartung.

Andere Ursachen als Stress oder Infekte
Keinen erholsamen Schlaf zu finden beeinträchtigt nicht nur den Alltag, sondern kann mitunter auch zu ernsthaften Gesundheitsproblemen führen. Deshalb sollte man, wenn keine greifbaren Auslöser wie Stress oder ein Infekt zu finden sind, anderen möglichen Ursachen auf die Spur kommen, vor allem bei länger andauernden Problemen. Wenn man über einen Zeitraum von einem Monat drei Nächte oder mehr wöchentlich keinen durchgehenden Schlaf findet und sich tagsüber müde sowie kraftlos fühlt, sprechen Mediziner von einer Schlafstörung. Haben Sie zwar selbst den Eindruck, gut zu schlafen, leiden aber unter starker Tagesmüdigkeit, ist das ebenso häufig ein Hinweis auf eine gestörte Nachtruhe. In beiden Fällen sollten man zum Arzt gehen. Bei gelegentlichen Schlafproblemen probieren Sie es doch einmal mit Hilfe aus der Natur! Baldrian, Hopfen und Lavendel etwa wirken beruhigend und bringen Sie schneller zum Schlummern. Achten Sie auch darauf, später am Abend nichts mehr zu essen und auf das Handy (Blaulicht hält wach) besser zu verzichten.

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