Die Macht des Geldes

Chinesen wollen Autobauer Saab retten

Motor
03.05.2011 15:55
Kapital aus China soll den akut vom Aus bedrohten schwedischen Autobauer Saab vorerst retten. Der bisher wenig bekannte Autokonzern Hawtai Motor will im Gegenzug für Aktien 150 Millionen Euro investieren und damit die Wiederaufnahme der Produktion ermöglichen, wie Saab-Eigentümer Spyker am Dienstag mitteilte.

In den vergangenen Wochen musste Saab seine Produktion einstellen, weil Zulieferer über unbezahlte Rechnungen klagten und deshalb keine Bauteile mehr herausgaben. Mit der Finanzspritze aus China sollen nun die überfälligen Zahlungen geleistet und die Bänder wieder angeworfen werden.

Damit greift bereits zum zweiten Mal ein chinesischer Konzern nach einer schwedischen Autofirma: erst im vergangenen Jahr übernahm Geely Automobile den Saab-Rivalen Volvo von Ford. Spyker zufolge will Hawtai 120 Millionen Euro für einen Anteil von 29,9 Prozent zahlen. Weitere 30 Millionen Euro sollen in Form einer Wandelanleihe fließen. Allerdings müssten dem Schritt noch die chinesischen Aufsichtsbehörden, die EU-Förderbank EIB und die schwedische Regierung zustimmen.

Erst am Tag zuvor hatte Spyker sich nach eigenen Angaben bei seinem Anteilseigner Gemini Investment Fund eine Finanzspritze in Höhe von 30 Millionen Euro gesichert und einen Kredit über 29,1 Millionen Euro von der Europäischen Investment Bank angekündigt.

Spyker hat die strauchelnde Traditionsfirma vor einem Jahr von General Motors übernommen und versucht seitdem, die ehemalige Opel-Schwester in die Gewinnzone zu fahren. Die Aussicht auf die chinesische Finanzspritze ließ die Spyker-Aktie in einem schwächeren Amsterdamer Markt am Dienstag um über 15 Prozent nach oben klettern.

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