Do, 20. September 2018

"Copyright School"

15.04.2011 14:25

YouTube lässt Urheberrechts-Sünder nachsitzen

Minütlich wächst YouTube um mehr als 35 Stunden Videomaterial. Doch längst nicht alles, was auf die Server der Google-Tochter hochgeladen wird, ist auch legal, wird in den Clips doch oftmals gegen geltendes Urheberrecht verstoßen. Musik- und Filmindustrie haben viele Jahre vor Gericht dagegen geklagt, YouTube selbst setzt indes lieber auf Aufklärung und bittet Urheberrechtsverletzer künftig in die "School of Copyright".

Wer Urheberrechte verletzt, weil in den eigenen Clips beispielsweise geschütztes Musikmaterial verwendet wird, der verstößt damit gegen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Videoportals und wird schriftlich verwarnt. Nach drei Verwarnungen folgt der Ausschluss von YouTube. Diese Regelung betreffe auch langjährige Nutzer, die zuvor ohne Beanstandung Tausende völlig legale Videos hochgeladen hätten, heißt es in einem Blog-Eintrag  des Unternehmens.

Da dies nicht angemessen sei, wolle man künftig unter bestimmten Bedingungen eine Ausnahme machen und von der Bestrafung absehen, so YouTube. Stattdessen setzt das Videoportal auf Aufklärung und hat zu diesem Zweck auch gleich eine eigene "Institution" gegründet: die "YouTube Copyright School", also eine Schule für Urheberrecht.

Aufklärungsvideo für Urheberrechtsverletzer
Einen wirklich strengen Lehrkörper gibt es allerdings nicht, für Aufklärung sollen vielmehr die bunten Charaktere der Comic-Sendung "Happy Tree Friends" sorgen. In einem Video (siehe oben) erklären sie auf leicht verständliche Art und Weise, was es mit dem Urheberrecht auf sich hat und warum es gesetzwidrig ist, geschütztes Material für seine eigenen Inhalte zu verwenden.

Der Film ist verpflichtend für alle jene Nutzer, die von YouTube beim Verletzten der Urheberrechte erwischt wurden. Um zu gewährleisten, dass das Video auch tatsächlich verfolgt und das Gesagte verstanden wurde, folgt direkt im Anschluss an den Clip ein kurzes Quiz. Erst wenn dieses richtig beantwortet wurde, sollen Nutzer erneut Videos hochladen dürfen.

Anwalt kontaktieren oder gleich selber machen
Urheberrecht könne kompliziert sein, eben deshalb sei es wichtig, dass die Nutzer die Regeln verstünden und nach ihnen spielten, schreibt YouTube. Der Nutzer sei letzten Endes für den Inhalt seiner Videos selbst verantwortlich. Wer sich unsicher sei, ob bestimmte Teile des Clips legal seien, der solle einen qualifizierten Urheberrechtsanwalt kontaktieren, empfiehlt das Videoportal. Am einfachsten dem Problem aus dem Weg gehen könne aber noch immer, wer wirklich eigenständige Inhalte erschaffe.

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