Im Krankenhaus

Farben fördern das Wohlbefinden

Mögen Sie blau, grün, gelb oder rosa? Hebt das Ihre Stimmung? Eine Grazer Studie hat nun bewiesen, dass bunte Wände in Spitalszimmern tatsächlich positive Auswirkungen haben.

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Ein mehrtägiger Krankenhausaufenthalt stellt für die meisten Menschen ein überaus belastendes Ereignis dar. „Wie Studien bereits zeigten, spielt aber das Wohlbefinden der Patienten eine wichtige Rolle für die Rehabilitation. Die klinische Umgebung hat dabei einen klaren Einfluss auf Angst, Stressreaktionen, Schlaf und Schmerztoleranz. Häufige Störungen, Lärm oder (zu) helles Licht gelten als problematische Faktoren, welche die psychologische Komponente beeinflussen“, fasst Univ.-Prof. Dr. Andreas Leithner, Vorstand der Universitätsklinik für Orthopädie und Traumatologie, LKH-Univ. Klinikum Graz, zusammen. Hinweise auf den Einfluss von Farben in Krankenhauszimmern auf die Genesung fanden sich jedoch kaum. Daher haben Prof. Leithner und sein Team diesen Aspekt genauer unter die Lupe genommen und eine eigene Studie durchgeführt. Dafür wurde die Interventionsgruppe in bunten Räumen untergebracht, die Kontrollgruppe hingegen in herkömmlichen Zimmern mit weißen Wänden. Die Farben wählte der Grazer Medienkünstler und -theoretiker Univ.-Prof. Mag. Richard Kriesche aus. Er entwickelte sechs „Codes“ in der Annahme, dass helle Farben eine beruhigende Wirkung auf die Stimmung haben. Diese wurden zusätzlich als Bilder gerahmt und in den Räumen angebracht.

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Wie Studien bereits zeigten, spielt aber das Wohlbefinden der Patienten eine wichtige Rolle für die Rehabilitation. Die klinische Umgebung hat dabei einen klaren Einfluss auf Angst, Stressreaktionen, Schlaf und Schmerztoleranz.

Univ.-Prof. Dr. Andreas Leithner, Vorstand der Universitätsklinik für Orthopädie und Traumatologie, LKH-Univ. Klinikum Graz

Befragung von 80 Orthopädie-Patienten
Die Wissenschafter befragten die 80 Studienteilnehmer, welche alle Hüft- oder Knie-Totalendoprothesen bekamen und im Schnitt 67 Jahre alt waren - einmal vor sowie nach der Operation an Tag 3 und 6. Was waren die Ergebnisse? Die Dauer des Spitalaufenthalts unterschied sich zwischen den beiden Gruppen nicht. Aber: „Die Ergebnisse zur Lebensqualität stiegen zwar in beiden Gruppen nach dem Eingriff kontinuierlich an, interessanterweise konnten jedoch sechs Tage nach der OP in der Interventionsgruppe signifikant höhere Werte beobachtet werden“, berichtet Prof. Leithner. Die Verwendung von Farben in Krankenzimmern kann daher eine wirksame und kostengünstige Maßnahme zur Verbesserung des Wohlbefindens und möglicherweise auch zur Förderung einer schnelleren Rehabilitation darstellen. Diese Ergebnisse bieten zum Beispiel nützliche Aspekte für die Planung künftiger Sanierungen von Spitälern.

Monika Kotasek-Rissel
Monika Kotasek-Rissel
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