Der Blick aufs Handy während der Autofahrt ist nicht nur teuer – aktuell 100 Euro –, er ist auch lebensgefährlich! Die Zahlen über die Handynutzung hinter dem Lenkrad sind erschreckend. Ein Beispiel aus Linz zeigt, welche dramatischen Folgen es haben kann, wenn man das Navi um den Weg fragt – und dabei einen Unfall baut.
„Es tut mir wirklich sehr leid“, wandte sich der 21-jährige Afghane aus Spital/Pyhrn während des Prozesses an die junge Polizistin. Der Mann war am 5. April in einer Linzer 30er-Zone zumindest mit Tempo 60 gefahren und hatte aufs Handy-Navi geschaut, als ihm der Vorrang genommen wurde. Ein Ausweichmanöver endete in einem Zivilwagen der Polizei, in dem die Frau und ein Kollege Radarmessungen durchführten. Der Polizist kam mit einer Prellung davon, die Beamtin erlitt schwere Gesichts- und Zahnverletzungen und ist weiter in Behandlung.
1600 Euro Schmerzengeld
Der Lehrling gab sich sehr einsichtig, sein Fehler tat ihm sichtlich leid. Dass er drei Monate bedingt bekam – „das scheint nicht im Leumundszeugnis auf“, sagte die Richterin – und in Summe 1600 Euro Schmerzengeld an die Beamten zahlen muss, nahm er ohne Murren an.
20.000 Nachrichten am Steuer pro Stunde
Dass ein Handy-Blick vorm Richter landet, ist selten, aber der Fall zeigt, wie schnell es gehen kann. Das Potenzial für solche Fälle ist riesig. Laut einer Analyse des Kuratoriums für Verkehrssicherheit werden alleine in Oberösterreich rund 20.000 Handy-Nachrichten am Steuer geschrieben – pro Stunde! Der Blick aufs Handy ist die Hauptursache für Ablenkung während des Autofahrens. Und Ablenkung ist die Nummer 1 bei den Unfallgründen.
2000 Unfälle wegen Ablenkung pro Jahr
Mehr als 20.000 Anzeigen und Organmandate werden jährlich in Oberösterreich wegen „Handyschauen“ ausgestellt. Nur in Niederösterreich und Wien greift die Polizei deshalb häufiger zum Strafblock. Wegen Ablenkung am Steuer passieren pro Jahr in Oberösterreich im Durchschnitt knapp 2000 Verkehrsunfälle mit etwa 2200 Verletzten und 20 Todesopfern.
16 Prozent tippen während der Fahrt
Eine Umfrage des KFV zeigt auch, wie „normal“ der verbotene Blick aufs Handy während der Autofahrt ist. So gaben 28 Prozent der Befragten zu, dass sie während der Fahrt Kurznachrichten lesen, 16 Prozent halten fürs Zurückschreiben auch nicht an und jeder Zweite telefoniert ohne Freisprecheinrichtung. Ein Rechenbeispiel: Wer bei Tempo 50 nur zwei Sekunden abgelenkt ist, legt 30 Meter im Blindflug zurück.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.