Familie glücklich

Nach Kokain-Drama Happy End: „Dürfen nach Hause!“

Österreich
02.08.2026 09:00

Die 23-jährige Kathi war verzweifelt: Nach dem Kokain-Drama um sie und ihr Baby zweifelte das Jugendamt einen negativen Drogentest erneut an. Am Freitag musste die junge Niederösterreicherin vor Gericht, man wollte ihr die Erziehungsfähigkeit absprechen. Aber ...

Kathi schickt diese Nachricht um 12.34 Uhr in Großbuchstaben: „WIR DÜRFEN NACH HAUSE!“. Es ist für die 23-jährige Niederösterreicherin wohl einer der schönsten Momente ihres Lebens. Nach der Geburt von Baby James, der um exakt 9.39 Uhr an diesem heißen Freitag zehn Wochen alt wurde. Und das nur wenige Momente, bevor die junge Mama nach einer Behörden-Odyssee im Bezirksgericht Gänserndorf antanzen musste. Was war passiert?

Test-Wirrwarr beschäftigt die Behörden
Wie berichtet, rief Kathi am 22. Juni die Rettung, um ihren Kleinen in die Klinik Mistelbach zu bringen. Er trank nicht bei der Extremhitze, wollte nicht essen – war völlig apathisch. Die Ärzte taten, was sie tun mussten. Sie testeten das Baby auf alles. Ein Test war Kokain-positiv, ein weiterer zwei Stunden später negativ. Auch die Mama wurde getestet: zuerst negativ, plötzlich positiv.

Beim späteren Harntest läuteten in der Klinik und beim Jugendamt die Alarmglocken. Das Schicksal nahm seinen Lauf. Die junge Mama wurde am 3. Juli um 7.15 Uhr mit ihrem Kind aus dem Familienverband gerissen – von ihrem Lebensgefährten Matthias und den Schwiegereltern getrennt. Zur „Abklärung einer Kindeswohlgefährdung“. Kurz darauf landete sie in einem Mutter-Kind-Heim in Oberösterreich, aus dem das Duo schließlich vor einer Woche von seinen Anwälten Manfred Arbacher-Stöger und Elisabeth Thaler abgeholt wurde. Der Grund: Der von der Behörde beantragte Haartest verlief auf allen Ebenen negativ. Es wurde nichts nachgewiesen.

„Aber selbst dieses Ergebnis ließ die Behörde nicht gelten“, so der Jurist. „Plötzlich war die Rede davon, dass der Haartest eines renommierten Wiener forensisch-toxikologischen Labors nicht zu hundert Prozent stimmen muss.“ Haarefärben könnte das Resultat verfälschen, hieß es. Eines von 30 von der Jugendwohlfahrt vorgelegten Argumenten, sprich Verfügungen, die zwei Damen vom Amt inklusive Jurist der Richterin am Freitag vorgelegt haben.

„Das Jugendamt hat auf allen Ebenen verloren“
„Denn plötzlich ging es darum, der Mutter die Erziehungsfähigkeit abzusprechen“, so Anwältin Thaler. Weil sie im Mutter-Kind-Heim viel gesprochen hat – laut Betreuer-Aussagen „unsicher wirkte“. Eine 23 Jahre alte Mama mit ihrem ersten Kind – „200 Kilometer von der Familie entfernt, klar, dass sie unsicher ist“, soll Frau Rat gesagt haben. Außerdem zum Haar-Drogentest: „Das ist der sicherste Test.“ Antrag abgewiesen.

Von 30 Anträgen blieben schließlich drei übrig, die umgesetzt werden müssen: Kathi und James müssen sich zwei Monate lang alle zwei Wochen einem Drogentest unterziehen, sich von den „Frühen Hilfen“ und bis Ende des Jahres von der mobilen Kinderkrankenpflege (MOKI) betreuen lassen. Arbacher-Stöger zum glücklichen Ende: „Das Jugendamt hat auf allen Ebenen verloren.“

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