Plötzliche Kehrtwende

„Umrisse einer Einigung“: Iran-Angriffe „abgesagt“

Außenpolitik
02.08.2026 07:42
Porträt von krone.at
Von krone.at

Erst am Freitag hatte US-Präsident Donald Trump dem Iran mit massiven Angriffen gedroht. Jetzt erklärte Trump, dass die USA den Iran vorübergehend nicht attackieren werden. Es gebe „Umrisse einer Einigung“, deswegen habe er die Angriffe „abgesagt“.

Trump schrieb auf seiner Plattform Truth Social, die USA seien zwar bereit, den Iran anzugreifen mit „einem Ausmaß an militärischem Terror, Stärke und Kraft, wie es seit dem Zweiten Weltkrieg nicht gesehen wurde“. Allerdings sollen der Iran und weitere Länder in der Golfregion darum gebeten haben, dass die USA nicht angreife.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und US-Präsident Donald Trump
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und US-Präsident Donald Trump(Bild: AP/Alex Brandon)

„Auf Grundlage dieser Bitte habe ich zugestimmt, (...) den Angriff abzusagen“, schrieb Trump weiter. Voraussetzung sei aber, dass es schnell zu einer Vereinbarung komme. Es gäbe „Umrisse einer Einigung“, dazu gehöre die komplette Öffnung der Straße von Hormuz und „ein Ende der vom Iran ausgehenden atomaren Bedrohung“, schrieb Trump. „Macht euch an die Arbeit, alle, und bringt es zu Ende.“ Auch Israel werde sich an die Vereinbarung halten, den Iran vorerst nicht wieder anzugreifen.

Trump hatte dem Iran erst am Freitag massive Angriffe angedroht. „Wir werden ihn ganz hart angehen“, sagte Trump bei einer Kabinettssitzung in Camp David über den Iran. Das „Wall Street Journal“ berichtete unter Berufung auf US-Regierungsvertreter, Trump habe einen neuen Angriff angeordnet, der Teheran zur Aufgabe bewegen solle und bereits am Wochenende beginnen könnte. Laut dem Sender CBS News planten die USA und Israel mögliche Angriffe auf iranische Ölraffinerien und Kraftwerke.

US-Präsident Donald Trump und Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman haben am Samstag ...
US-Präsident Donald Trump und Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman haben am Samstag telefoniert.(Bild: AP/Mark Schiefelbein)

Saudi-Arabien forderte Deeskalation
Das US-Nachrichtenportal „Axios“ berichtete unter Berufung auf US-Regierungsvertreter, Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman habe Trump dann am Samstag angerufen und seine Besorgnis über mögliche neue Angriffe zum Ausdruck gebracht. Er habe den US-Präsidenten aufgefordert, zu deeskalieren und auf neue Angriffe zu verzichten.

Nach einer mehrtägigen Kampfpause hatten die USA und der Iran in dieser Woche einander erneut angegriffen. In der Nacht auf Samstag wurden jedoch keine neuen Angriffe gemeldet – und zunächst auch nicht in der Nacht auf Sonntag.

Zuletzt hatten US-Botschaften in der Golfregion US-Staatsangehörige vor einer möglichen „unvorhergesehenen Eskalation“ gewarnt. US-Bürger sollten vorbereitet sein, die Region womöglich zu verlassen.

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