02.11.2021 11:00 |

Experten warnen

Vertrauen in Schwammerl-Apps kann tödlich sein

Zum Ende der Saison warnen bayerische Pilzexperten davor, sich beim Schwammerlsuchen völlig auf einschlägige Apps zur Pilzbestimmung zu verlassen. Eine falsche Einschätzung könne den Nutzer im schlimmsten Fall das Leben kosten.

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„Ich hoffe nicht, dass Leute nur nach so einer Pilz-App sammeln“, sagt Katrin Romanek, Oberärztin beim Giftnotruf München, dem IT-Portal „Heise“. Die Smartphone-Apps, die viele Schwammerlsucher als Alternative zum Pilzführer-Taschenbuch mitführen, können nämlich in die Irre führen.

Schwammerl „können extrem unterschiedlich aussehen, je nachdem wie jung oder alt der Fruchtkörper ist“, weiß Romanek. Auch Witterungseinflüsse können dafür sorgen, dass ein Schwammerl anders aussieht, als es in Pilz-Apps oder Taschenbüchern beschrieben ist.

Bei Zweifeln immer Experten befragen!
Auch ein Anbieter solcher Apps warnt davor, sich völlig auf deren Einschätzung zu verlassen. Solche Anwendungen seien - ebenso wie Bücher - zwar eine gute Möglichkeit, sich in das weite Feld der essbaren Schwammerl einzuarbeiten. Wenn man sich nicht sicher sei, solle man aber immer den Rat eines Experten einholen, empfiehlt Klaus Bornstedt, dessen App „Meine Pilze“ mehr als 100.000 Mal heruntergeladen wurde.

Hunderte Vergiftungsfälle allein in Bayern
Alljährlich kommt es durch den Verzehr giftiger Schwammerl zu medizinischen Notfällen, allein beim Giftnotruf München haben heuer 381 Menschen angerufen. Unter den Anrufern sei es zu „ziemlich vielen schweren Pilzvergiftungen“ gekommen, weiß Romanek.

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Wenn man nicht hundertprozentig weiß, was man macht, sollte man nur Röhrenpilze sammeln, keine Lamellenpilze.

Katrin Romanek, Giftnotruf München

Besondere Verwechslungsgefahr bestehe etwa beim orangefuchsigen Raukopf, der gern mit dem essbaren Gelbfuß verwechselt wird und schwerste Nierenschäden hervorruft. Schwammerl-Anfängern rät die Expertin: „Wenn man nicht hundertprozentig weiß, was man macht, sollte man nur Röhrenpilze sammeln, keine Lamellenpilze.“

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