18.05.2021 22:25 |

Schmaler Breitensport

Yamaha R7: Supersportler für alle zitiert Legende

Yamaha bringt ein Supersportmotorrad in der Mittelklasse und lässt damit einen großen Namen wiederaufleben: Yamaha YZF-R7. Anders als das Homologationsmodell von 1999 bis 2002 ist die aktuelle R7 aber weder limitiert noch filigran für den Rennsporteinsatz konstruiert, sondern ein massentauglicher Ableger der MT-07, der die junge Generation an das Thema Supersportler heranführen soll.

Von diesem Erfolgsbike übernimmt die neue Sportlerin 1:1 den 689-ccm-Crossplane-Twin. Trotz Race-Optik bleibt es bei 73,4 PS bei 8750 und 67 Nm bei 6500 Touren (eine A2-Version mit 35 kW gibt es auch). Das Sechsganggetriebe hat allerdings einen etwas kürzer übersetzten 2. Gang und bekommt auf Wunsch einen Quickshifter spendiert, der ein Hochschalten ohne zu kuppeln erlaubt. Neu ist auch die sogenannte A&S-Kupplung. Diese servounterstützte Anti-Hopping-Kupplung erfordert ein Drittel weniger Handkraft. Schade, dass der Kupplungshebel nicht einstellbar ist.

Völlig neue Gabel
Statt einer nicht einstellbaren Teleskopgabel montiert Yamaha ein Upside-Down-Teil mit 41-mm-Holmen von Kayaba. Die obere Gabelbrücke ist gegossen, die untere geschmiedet. Der Lenkkopfwinkel ist minimal steiler als bei der MT-07. Federvorspannung sowie Druck- und Zugstufendämpfung sind einstellbar, der Federweg beträgt 130 mm. Vielversprechend sind auch die Brembo-Vierkolben-Radialbremsen mit zwei 298-mm-Scheiben.

Hinten bleiben Bremse und Schwinge gleich, allerdings ist nun zusätzlich zur Vorspannung auch die Zugstufendämpfung einstellbar. Die Reifendimensionen übernimmt die R7 von der MT-07 (120/70 bzw. 180/55 ZR 17), ebenso die 10-Speichen-Alufelgen, allerdings sind Bridgestone S22 montiert.

Die Optik ist supersportlich, die Verkleidung angelehnt an die ausgelaufene R6 und die R1. Zwei LED-Schlitze vorn seitlich sind Positionslichter, ein LED-Spot mitten im M-förmigen Lufteinlass ist Haupt- und Fernscheinwerfer in Personalunion. Der Eindruck, dass sie sehr schmal ist, täuscht nicht: Sie ist sogar schmäler als die R3 und die R125. Hinter der Verkleidung sitzt ein schwarz-weißes LCD-Display.

Mit 188 kg vollgetankt ist die R7 vier Kilogramm schwerer als die MT-07. In den Tank passen 13 Liter.

Legendärer Namensvetter
Die Ur-R7 ist eine Legende. Sie war auf 500 Stück limitiert und diente als Homologationsmodell für die 750-ccm-Klasse der Superbike-Weltmeisterschaft und für die Suzuka 8 Hours. Wie die R1 hatte sie fünf Ventile an jedem ihrer vier Zylinder, der Motor war superhochwertig aufgebaut, unter anderem mit Titanventilen und -pleueln, die Kolben waren geschmiedet und hatten vernickelte Böden. Die 43-mm-USD-Gabel und der hintere Dämpfer stammten von Öhlins. Standardmäßig leistete der Motor 100 PS, mit einem Rennkit kam er auf 160 PS bei 13.700/min, was ein Höchsttempo von 290 km/h ermöglichte.

Die R7 für alle kommt im Herbst
Im Oktober soll die aktuelle Yamaha R7 auf den Markt kommen. Zu welchem Preis, hat Yamaha noch nicht verraten, es ist aber von „einem äußerst günstigen Preis“ die Rede. Die MT-07 kostet 7.374 Euro. Vielleicht gehen wir einfach mal von achteinhalbtausend für die R7 aus. Wenn wir uns was wünschen können.

Stephan Schätzl
Stephan Schätzl
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